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Sehr geehrter Dr. h.c. Beck, Ihr Verlag ist der wichtigste geisteswissenschaftliche Publikumsverlag Deutschlands und Sie leisten auf dem Gebiet der Orientalistik – nicht erst seit dem 11.9.2001 – Hervorragendes. Doch reicht es nicht, Professoren als Autoren zu gewinnen. Das bürgt nur dann für Qualität, wenn diese über Ihr Fachgebiet schreiben. Wenn aber wie bei Ihnen eine Ägypten-Expertin über Palästina schreibt und eine Spezialistin für moderne Strömungen im Islam eine umfassende Geschichte des Islam vorlegt, dann sind Gutachter und/oder Lektor gefordert. So blamieren Sie den Autor und verdummen die Käufer. Erlauben Sie mir darzulegen, worum es geht. In beiden Fällen beginnt das Problem mit dem Titel. Das erste Buch heißt „Geschichte Palästinas Von der osmanischen Eroberung bis zur Gründung des Staates Israel“, es geht aber in dem Buch seitenlang um die Bibel, während man über die ersten 233 Jahre nach der osmanischen Eroberung nichts findet, d.h. statt 1516 einzusetzen, wird mehrere Kapitel lang Palästina als Heiliges Land der Juden etabliert und dann setzt die Geschichte 1750 an. Die angebliche „Geschichte des Islam“ ist gar keine Geschichte der Religion des Islam, sondern im Wesentlichen eine Geschichte islamischer Reiche. Lassen Sie mich mit Fehlern beginnen, die jeder Lektor hätte beseitigen sollen. Bombay liegt nicht an der Ostküste Indiens, Ceuta wurde nicht erst 1912 spanisch, sondern fiel schon 497 Jahre früher an die Christen, Mauretanien ist nicht die Spanische Sahara, die Arabische Halbinsel ist nicht größer als der Indische Subkontinent, der Rechtsgelehrte Khameneʾi fiel nicht als Märtyrer im Krieg gegen den Iraq, und Muhammad ʿAlī bestiegt nicht 1848 Ägyptens Thron, Fluchtpunkt hat was mit Zeichnen zu tun, nicht mit Fliehen, Ranküne bedeutet nicht Intrigen/Ränke, „radikal“ bedeutet nicht rabiat, „umsonst“ nicht grundlos und Paradigma nicht Topos. Der Lektor hätte aber auch einschreiten müssen, wo der Autor die Leser mit Vermutungen abspeist, wo jemand als „Gran (amhar. wohl der «Linkshänder»)“ eingeführt wird. Erstens tut die Bedeutung des Namens nichts zur Sache, zweitens kann man das ja wohl nachschlagen und feststellen, dass ግራኝ (in richtiger Umschrift Grañ oder Geranye) in der Tat linkshändisch heißt.
Den Koran benutzt sie wie die Fundamentalisten ohne zwischen der (wissenschaftlich rekonstruierten) ursprünglichen Bedeutung von Koranversen und der heute geglaubten zu unterscheiden und sie wendet diese Bedeutung direkt auf das Handeln der Muslime an. „In Sure 2,211 heißt es klar und unmissverständlich: kein Zwang in der Religion.“ Dabei herrscht innerislamisch Konsens, dass der Schwertvers (Tötet die Polytheisten, wo ihr sie findet, greifet sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf.) über 120 „friedlichere“ Verse aufgehoben hat; 2,211 gehört nur deshalb nicht bei allen Gelehrten dazu, weil es bei ihm um innere Einsicht gehe, er bedeute soviel wie: Glauben kann nicht erzwungen werden, Gott öffnet die Herzen, wem er will. Im Koran ist das wenigste „klar und unmissverständlich“. „Siegel des Propheten“ ist ihr völlig unkritisch „der letzte Prophet“, dabei war anfangs „Beglaubiger der vorhergegangen Propheten“ gemeint war. Krämer schreibt: „laut Koran 8,41 steht dem Kalifen ein Fünftel der Einnahmen zu“ – dort steht „dem Gesandten“, und der war ja vor dem ersten Kalifen tot. Unüberlegt benutzt sie (oft auf der gleichen Seite) Syrien für das heutige Staatsgebiet und für die Region Schām (Palästina, Jordanien, Libanon und Westsyrien), Irak für das heutige Staatsgebiet und für ʿIrāq (nur der Süden des Irak); Urdunn übersetzt sie mit Jordanien, obwohl es Jordan heißt und dessen weiteres Quellgebiet (Galiläa und den Golan) meint. Die Provinz Dschazira erklärt sie erst falsch („Nordsyrien und Mesopotamien“) und erst beim fünften Auftauchen richtig: „Nordmesopotamien“. Hira liegt keineswegs in Obermesopotamien, streng genommen gar nicht zwischen den Flüssen, sondern westlich davon. Herrlich die Behauptung, Mehmed der Eroberer habe „Phanarioten nach Istanbul umgesiedelt“ – die Bewohner des Stadtteils Phanar wurden Phanarioten genannt – ein paar Generationen nach der Umsiedlung. Lächerlich die Belehrung: „die Chishtiyya ist nach dem Ort Chisht benannt nicht nach ihrem Gründer Hasan Chishti“. Falsch: „Rußland schied nach der Februarrevolution aus dem Krieg aus“ – erst nach der Oktoberrevolution „1908/09 annektierte Österreich-Ungarn Bosnien und die Herzegowina“ – das dauerte nicht zwei Jahre, sondern war in einem Tag, dem 5.10.1908, erledigt – de facto war es schon seit 1878 k.-k. „Der jüdische Anspruch auf Palästina … behauptet die ununterbrochene Präsenz … des jüdischen Volkes an dieses Land“ (P 12) – der jüdische Anspruch behauptet gar nichts; viele Juden stützen darauf ihren Anspruch. Übrigens war Theodor Herzl und auch den Linkszionisten die Präsenz des jüdischen Volkes vor dem Beginn der modernen Kolonisation egal. Die Linke argumentierte mit der niedrigen organischen Zusammensetzung des Kapitals als Voraussetzung für Kolonisierung. Da diese die Träger der Kolonisation waren (Kibbutz, Histadrut), könnte es nicht schaden, auch ein bisschen über ihre Binnensicht zu wissen. Krämer scheint aber weder die Streitschriften der 20er Jahre noch die späteren Lebenserinnerungen der „Pioniere“ zu kennen, von denen einige (u.a. der zweite Staatspräsident Israels) der romantischen Auffassung waren, dass die Palästinenser in ihrer übergroßen Mehrheit zum Islam konvertierte Juden seien, die man heimholen könne.
zu der Seite aus einem Koran: „Vers 20 der Sure 48. Die Wörter sind nicht zusammenhängend geschrieben.“ Erstens ist es nur ein Drittel von Vers 20 (in moderner Schrift: كَٮٮر ﻩً ٮَا حد و ٮَها ڡعحَل لَكم هد ﻩِ و كَڡَ اَ ٮد ىَ aus den roten Punkten sind die Striche geworden) und die Wörter sind so zusammenhängend geschrieben, wie es im Arabischen üblich ist: bei sechs der 28 arabischen Buchstaben wird neu angesetzt (Bild: BN http://gallica.bnf.fr/anthologie/D5/Fr5-1.htm)
Krämer verkauft zionistische Heilig-Land-Propaganda zwar als mutiges Referat der jüdischen Tradition [„Es ist natürlich mutig, um nicht zu sagen vermessen, in wenigen Strichen Grundzüge der jüdischen Tradition zu einer so zentralen Kategorie wie dem « verheißenen » … Land Israel zeichnen zu wollen.“ (P 15)], schreibt dann aber, dass die Israeliten spätestens vom 13. vorchristlichen Jahrhundert an das « Verheißene Land » tatsächlich besiedelt oder erobert hätten (P 18), womit sie „die revisionistische These mehrerer Alttestamentaler [sic], derzufolge die Israeliten gar nicht als fremde Ethnie zuwanderten“ (P 19), sondern dass Bewohner allmählich eine israelitische Kultur entwickelt hätten, entwertet: „Tatsächlich“ handelt es sich um Siedler/Eroberer – wahrscheinlich schon damals solche, die die Wüste zum blühen brachten. – Eine Darstellung der Ergebnisse der palästinensischen Archäologie fehlt. Und die wird nicht nur von Arabern oder Deutschen, Franzosen und Amerikanern in arabischem Sold – an der AUB und anderswo – betrieben, sondern auch an israelischen Universitäten von Juden: Ein Blick in Israel Finkelstein und Neil A. Silbermans The Bibel Unearthed von 2001 (dt. als Keine Posaunen vor Jericho, C.H.Beck 2002, dtv 2004) zeigt die Absurdität der krämerschen Darstellung. Ihre Rechtfertigung: „Außerbiblische Hinweise … sind rar und in ihrer Aussagekraft umstritten; wissenschaftliche Grabungen sind … keineswegs überall möglich.“ (P 10/20) Das heißt im Klartext: für Salomons Kasernen in Meggido und seinen Tempel in Jerusalem gibt es keinerlei Indizien, wissenschaftlich gesehen gab es sein Großreich nicht. Sie behauptet es lägen „historische Karten“ aus dem 13. bis 7. vorchristlichen Jahrhundert „in großer Zahl“ (P 20) vor. Sie meint wohl, es lägen moderne Geschichtskarten vor. – Formulierungen wie „die wohl aus der Zeit des ungeteilten Königreiches unter David und Salomo (ca. 1000–928 v.Chr) stammt“ (P 20), etabliert das ungeteilte Königreich als bewiesenes Faktum, gerade weil es „stammt“ durch „wohl“ als Nur-Vermuten davon abgrenzt. Im gleichen Geist geht es weiter: „Die Grenzen des Reiches erstreckten sich demnach weit über das heutige Palästina hinaus bis an den Euphrat“ (P 20). Das nächste Kapitel (P 22-26) tut gar nicht mehr so, als referiere es die jüdische Tradition, es tritt als Geschichtswerk auf. Obwohl Professorin für Islamwissenschaft behauptet ihre Autorin, dass im „klassischen islamischen Recht“ die Bodensteuer von der „Religionszugehörigkeit der Beteiligten“ abhänge (P 64), wo Studenten im ersten Semester lernen, dass seit 1300 Jahren der Übertritt zum Islam keine Änderung der Bodensteuer nach sich zieht – so das vorklassische, das klassische und das nachklassische islamische Recht.[1] Die Aussage über Stiftungseigentum: „zugleich (!) unterlag es besonderen Steuersätzen“ (P 65) ist nicht nur unbelegt, sondern steht auch im Gegensatz zu den Aḥkam al-awqāf, die seit 1903 auch im Druck vorliegen. Extrem ist die Behauptung, Drusen, Aleviten und Imamiten hätten im osmanischen Reich sich selbst verwaltende Millets gebildet (P 115). Als Islamwissenschaftlerin sollte sie auch wissen, dass eine „Familienstiftung“ im islamischen Recht einem „frommen“ Zweck nennen muss (und nicht nur kann), der beim Aussterben der Familie profitiert (P 65f.). falsches Arabisch Diesem Werk kann niemand entnehmen, ob ein arabischer Begriff Plural oder Singular bezeichnet: „Clans (hamula)“ (P 62 + P 333), „die Kommandanten (qaʾid al-fasil)“, Unterbezirke (qada), „…gremien (majlis)“ sind falsch. Bei „Schwestern (rafiqat)“ (P 322) hat sie den Plural hingekriegt, aber Schwestern trifft es nicht, richtiger: Genossinnen, Kameradinnen, Weggefährtinnen; richtig ferner: „Märtyrer (shuhadaʾ)“ (P 322), „den Engländern (al-inkliliz)“ (P 315).[2] falsches Deutsch Dass der bestimmte Artikel eine Funktion hat, weißt sie nicht; die Hagana räumte nicht „die arabischen Wohnviertel Jerusalems“ (P 364), sondern (einige/die meisten) Wohnviertel, keineswegs alle arabischen Viertel. Sie kann auch kein Deutsch: „eine Armee räumt“ bedeut nämlich: sie verlässt ein Gebiet, gibt es auf. Hier ist aber „ethnisch säubern, die Araber vertreiben“ gemeint – hat Krämer „araberrein machen“ gedacht und „aufräumen“ schreiben wollenö falsches Hebräisch Auch mit Hebräischkenntnissen gibt sie an: ¸ „Nationalrat (Vaad Leumi, va’ad le’umi)“ (P 225) – kursiv heißt also: ganz genau. Richtig ist keine ihrer beiden Umschriften: eine einzige würde genügen: Waʿad Leʾumi (hyperkorrekt: wāʿad lĕʾummī). „Hatikva … korrekt eigentlich ha-tikva“ (P 133) – eigentlich: hat-tiqwa הַתִּקְוָה sonst müsste es so הַתִכְּבָה geschrieben sein. In „«Partei der Arbeiter in Eretz Israel» mifleget po’alei be-eretz yisrael“ (P 282) sind mehrere Fehler: 1.) Die Partei heißt mifleget poʿalei erets israʾel. In der Umschrift steht ja z für den stimmhaften Laut in Zero (wie im Englischen und Französischen), hier dagegen stimmlos: erets – genau wie in israʾel.
Durch diese Fehlübersetzung bereitet die Autorin propagandistisch den Boden für die Umdeutung „Palästina = Westbank + Gaza“. Allgemeine Bemerkung zur Umschrift: Für jemanden, der gelobt „die Geschichte
Palästinas nicht von ihrem Ausgang her zu schreiben, also der Gründung des Staates Israel“ (P 9) ist es komisch, den doch von arabischen Beduinen
bewohnten Naqab Negev zu nennen und seine 1900/01 gegründete Hauptstadt Beersheva statt Biʾr aš-Šabʿ
(57 läßt sie es erst 1909 zum Verwaltungszentrum werden, was unwahrscheinlich ist, da der Gouverneurspalast 1906 fertig wurde;
in Wirklichkeit war die Stadt von Anfang an Verwaltungszentrum, mit einem Jerusalem direkt unterstellten Qāʾim-Maqām;
1908 erhielt er den zusätzlichen Titel eines mutasarrıf muavini). Und ganz bestimmt von Ausgang her, der Teilung, ist ihre
Ankündigung: „ich verwende den Begriff «Palästinenser» nicht auf die Juden“, obwohl „alle Die Verfasserin schafft es sogar, die Abkürzung Tsahal (צה"ל) falsch als „Nationale Verteidigungsarmee“ aufzuschlüsseln, statt als „Israelische VA“ (P 369). Komischerweise lässt sie Irgūn Tsvaʾī Leʾumī unübersetzt (Nationale Militärische Organisation) und benutzt den Namen in Kapitel XIII durchgängig falsch – ohne Artikel – anderswo aber richtig. Ebenso komisch ist der zig-fache Gebrauch von „der jüdische Yishuv“, so als spräche man von „islamischer Moschee“ und „jüdischer Synagoge“, P 315 gar „palästinensischer jüdischer Yishuv“ obwohl sie das Wort P 122 als „die gebräuchliche Bezeichnung für die in Palästina lebenden Juden, abgeleitet von dem hebräischen Verb yashav, «sitzen»)“ eingeführt hatte {nebenbei: yašāv heißt „er saß, er wohnte, er bewohnte“, yišūv (Siedlung, Besiedlung) ist von yišev = besiedeln abgeleitet; mošāv (Ort, wo gesiedelt wird), mošāva (Kolonie), yešiva (Sitzung, religiöse Hochschule) gehen auf den gleichen Stamm zurück.} ha’arets heißt nicht „der Boden“ (P 134), sondern DAS LAND, also Israel – durchaus auch in seiner Stofflichkeit (qarqaʿ = Boden, adama = Erde, Erdkrume). qeren qayemeth le-isra’el heißt nicht „Jüdischer Nationalfund“ (P 137), sondern „das Kapital bleibt (ewig) für Israel“. Dass sie genau sein will, zeigt das h in qayemeth: es ist nicht als h zu lesen, sondern zeigt an, dass im ת kein Punkt ist, also ת und nicht תּ . Grotesk auch „das sog. Zweite Aliya-Büro“(P 357): Erstens hat man im Buch – anders als im Radio – Anführungszeichen statt sogenannt. Zweitens: wer nennt es soö Drittens ist nicht das Büro zweit, sondern die Einwanderung ist parallel, illegal, im Schatten; „Büro für unangemeldete Einwanderung“ wäre eine schöne, „Schlepperabteilung“ eine brutale Übersetzung. Dass sie sich nicht wirklich auskennt, merkt man an Kleinigkeiten: P 135 lässt sie „1910/11 in Afula eine erste, vom jüdischen Wachbund «Shomer» beschützte Siedlungskooperative (Merhavia) gegründet“ werden, P 392 schreibt sie: Merhavia wurde nach dem Ersten Weltkrieg in eine genossenschaftliche Siedlung moshav, umgewandelt“, P 136: „die ländlichen Siedlungen (moshav und moshava)“, P 228 lässt sie „1921 mit Nahalal und Tel Joseph die ersten Kibbutzim“ entstehen und P 138 übersetzt sie kvutza mit „genossenschaftliche Siedlung“, schließlich schreibt sie auf P 304: „Kwutzah (eine Form des Kibbutz, G.K.)“ „«jüdische Arbeit» eigentlich, und der Unterschied ist wichtig, «hebräische Arbeit»“ (P 134) Ganz richtig, aber komischerweise schreibt G.K. nur fünf Seiten später wieder «jüdischer Arbeit» und obwohl sie uns P 213 erinnert „bezeichnenderweise Hebräische (nicht: Jüdische) Universität“ schreibt sie P 282 von der jüdischen Nationalbibliothek. biblische Erzählungen Einiges ist unlogisch: „Gegen Ende des 13. Jahrhunderts ist erstmals von Hebräern die Rede, die möglicherweise in ägypt. Text genannten nomadisierenden Apiru oder Habiru zuzurechnen waren“ (P 14) – wenn die Zurechnung unsicher ist, ist von Hebräern auch nur möglicherweise die Rede; was sie meint, ist, dass „Apiru“ sprachl. und inhaltl. „Hebräer“ sein könnten; falls sie es wären, wäre das die erste Erwähnung der Hebräer. Nicht einmal ihre Hauptquelle, die Bibel, zitiert sie richtig: Gott führt Tharah nicht ins Land Kanaan (P 17), sondern Therah/Tharah bricht ungeführt dahin auf, kommt aber nur bis Haran/Harran in Nordmesopotamien/ Südostanatolien.
Was Krämer über die „Bannung/herem der nichtjüdischen Bewohner“ schreibt (P 33), stimmt nur halb, sie gilt nicht den nichtjüdischen Bewohnern, sondern „nur“ bestimmten explizit genannten Völkern (Deut. 7:1–2; 20:16–18); außerdem ignoriert sie die zig Bibelstellen über den ger, den nichtjüdischen Bewohner des Landes, etwa Lev. 19:33-34: „Wenn ein ger bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid gerim gewesen in Ägypterland.“ ʿAliya ist keineswegs Welle (P 128) und nicht nur Pilgerfahrt nach Jerusalem (das ist ʿaliya la-regel), sondern auch Aufstieg zum Lesen aus der Torah. Und Tel Aviv ist nicht nach Altneuland benannt (P 141), sondern nach Hezekiel 3:15. Es zeigt sich halt überall, dass die Autorin mit dem Gegenstand nicht intim vertraut ist, sondern sich just zum Verfassen des Buches Wissen angelesen hat. Das könnte sogar ein Vorteil sein, wenn sie die Leser mitnähme auf ihre Entdeckungsreise. Da sie aber die Rolle des allwissenden Autors einnimmt, geht es daneben. – Wieso teilt sie uns gerade mit, dass 1909 „Grundstücke für ein neues jüdisches Viertel nördlich von Jaffa verlost“ (P 141) wurdenö Und nicht, dass 1887 das erste jüdische Neubauviertel Jaffas gegründet wurde. Keineswegs „verwandelte sich 1910 Ahuzat Bayyit {wieso nur eine Umschrift und nicht eine gerade und eine kursiveö} in die Stadt Tel Aviv“ (P 141). 1908 kaufte der Verein Aḥûzat Bayt ein Grundstück, 1909 schlossen sich Hausbesitzer von Geʿûlā und Naḥalat Binyâmîn an, 1910 gab man sich einen gemeinsamen Namen. Aber erst Ende Mai 1921 wurde es eine Stadt, 1925 wurde der erste Stadtentwicklungsplan beschlossen. Dabei gelobte sie doch, nicht „Geschichte von hinten“ zu schreiben; aber 1910 – bei der Taufe – handelte es sich bei Tēl Ãvîv um Vororte (nicht viel anders als Newe Tsēdeq und Newe Schālôm). Eine Stadt mit eigenem Zentrum wurde erst später angestrebt. „Was aber ist nach jüdischen Verständnis «heilig» an Eretz Israelö Zunächst sollte es im strengen Verständnis nicht «heiliges Land» heißen, sondern «Land des Heiligen» – heilig, weil Gott sein Besitzer ist; heilig, weil in ihm Gottes Gesetz gilt; heilig, weil es im rituellen Sinn rein ist.“ (P 31) Ja, was den nun, dreifach heilig, aber dennoch streng genommen nicht heilig – öö Dass sie hier Feinheiten kapiert, die mir zu hoch sind,
ist unwahrscheinlich, sie kapiert ja noch nicht einmal, dass die Bewohner des Nordreiches Israel „Israeliten“ genannt werden und die Bewohner des
Südreiches Judäa „Juden“ (P 23 wirft sie das gleich zweimal durcheinander). Und wer „Nur 6% der jüdischen Männer waren Analphabeten“ für sich
übersetzen muss „anders ausgedrückt konnten 93% der Männer lesen und schreiben (stets eine dehnbare Größe)“ und ergänzt: „im jüdischen Yishuv lag der
Durchschnitt bei 14% Analphabeten, also 86% Lesern und Schreibern“ (P 213), ist doch nicht ganz bei Sinnen. – Übrigens schreibt die Autorin allen
Ernstes von „dem «jüdischen Schulsektor»“; es bleibt halt nicht folgenlos, wenn der Vater der Israelsoziologie, S. N. Eisenstadt, in der Bibliographie
nicht erscheint – dafür aber 46 Titel über biblische Zeiten. Es gab eben nicht nur die frommen Schulen des alten Yišuvs und die des neuen, sondern fast
jede Partei hatte ihre eigenen Schulen: drei religiöse (anti- non- und zinostisch) und drei weltliche. Bis 1975 war der Yišuv stärker verzuilt als die
Niederlande. Da sie zweimal (P97f, 211ff.; knapper: 232, 310)
auf das Bildungswesen eingeht, wäre Platz gewesen, zu erwähnen, dass unter den Osmanen nebeneinander die Schulen der Rothschildsiedlungen, des deutschen
Hilfsvereins, der franzöischen Alliance Universelle usw. existierten und im Mandat dann jede Parei (außer den Revesionisten) ihr eigenes
Schulsystem hatten. Wer mit Juden gesprochen hat, die vor 1948 zur Schule gegangen waren, weiß, dass die Menschen eher einer Partei gehörten, als dass sie
alle Jahre wieder die Wahl gehabt hätten: Man las die Zeitung der Partei, schickte die Kinder in die Jugendgruppe der Partei, war
in einer parteigenehmen Krankenkasse, kleidete sich parteigemäß. Im Ausland weiß man, dass Aḥdut haʿAvoda entsetzt war über
BenGurions Verstaatlichung der Palmach; „intime Kennerinnen“ wissen auch, dass die Verstaatlichung ihrer (städtischen) Schulen sie (und die
Allgemeinen Zionisten) ebenso hart trafen. „ … in Palästina fanden sich zwei indirekte Formen der
Steuereintreibung, die Mittler einsetzen: …“ (P 75) – „indirekt“ bedeutet vermittelt, und dass die Formen Mittler einsetzen, ist Unsinn. Wie wäre es
mit „Steuern, die nicht an die Zentrale flossen, sondern Ritter ernährten, die dafür dem Sultan zu Militärdienst verpflichtet waren“ö Sowohl „indirekt“
wie „Mittler“ sind überflüssig.
Die meiste Luft erzeugt sie mit „sogenannt, namentlich, nebenbei bemerkt, dementsprechend, eigentlich, bemerkenswerterweise, und nicht zuletzt, wohlbekannt, gewissermaßen, sog.“. „auf der einen Seite … auf der anderen“ steht meist für „und“; „zugleich“ ist oft reines Füllwort. Gern verzichtete ich auf „wie schon gesagt, wie erwähnt, wie dargelegt, bekanntlich“, „wird im Laufe der Darstellung noch darauf einzugehen sein“, „dazu an anderer Stelle mehr“, „von der gleich noch die Rede sein wird“ und erst recht auf „… muss nicht eigens ausgeführt werden“. [selbst / scheint / allerdings / wie anderswo – statt „nacheinander“: „in zeitlicher Abfolge“ ( alle P 74f)] Zionisten und Juden Völlig überfordert zeigt sie sich bei einer wichtiger Frage: „Gleichzeitig (!) wird an dieser Stelle die schwierige Unterscheidung zwischen Zionisten und Juden deutlich.“ (P 207) „Aber wie sollte der normale Araber einen Albert Einstein einstufen, der – ohne selbst an die Aliya zu denken – als prominenter jüdischer Gelehrter der erweiterten Jewish Agency beitrat, die das zionistische Ziel der Errichtung einer nationalen Heimstätte für die Juden in Palästina verfochtö Wie sollte hier zwischen Juden und Zionisten unterschieden werdenö … Wäre die Unterscheidung zwischen Zionisten und Juden klar und eindeutig gewesen und von arabischer Seite ebenso klar und eindeutig vollzogen worden, hätte es 1929 die Massaker von Hebron und Safed nicht gegeben … Orten an denen jüdischer Landkauf keine Rolle spielte.“ (P 315f.) „Auch [in Hebron und Safed] attackierten [Muslime] vorrangig nicht Zionisten, sondern Angehörige des alten Yishuv, überwiegende orthodoxe Juden, die zum großen Teil unbewaffnet waren.“ (P 271) „einmal mehr ist es schwierig, zwischen Juden und Zionisten zu unterscheiden … Die paramilitärische Hagana wurde immer stärker … zur gleichen Zeit wurden die ersten befestigten jüdischen Wehrdörfer angelegt“ (P 339f.) – vermutlich azionistische Wehrdörfer. Dabei ist die Sache so einfach, wie sie nur sein kann: Wer die zionistische Besiedlung Palästinas durch Geld, politische Erklärung und Lobbying oder durch Arbeit unterstützt, ist objektiv Zionist. Wenn ein vor Hitler geflohener Deutscher in Rehovot eine neue Sorte Paprika züchtet, mit denen der Jischuw den Exporte steigt, ist er objektiv Zionist, selbst wenn er die Juden nicht als Nation begreift. Ein Einstein, der Geld für die Jüdische Agentur sammelt, ist sogar Zionist an und für sich, selbst wenn er nie Mitglied des „Zionistenvereins“ war, sondern nur der „Jüdischen Agentur“. Und wenn ein frommer Jude, der eigentlich auf den Messiah wartet, vom zionistischen Staat enteignetes palästinensisches Land bewohnt, ist er sogar dann Zionist, wenn er sich für anti-zionistisch halten sollte. So einfach ist das! Dass sich in Ḫalīl/Hebron Muslime an ihren wehrlosen jüdischen Nachbarn vergangen haben, statt an bewaffneten Zionisten, zeigt nur, dass sie nichts riskieren wollten. Albert Einstein hat sie durch seinen nicht-zionistischen Zionismus nicht so verwirrt, dass sie den Unterschied zwischen wehrlosen und wehrhaften Juden nicht mehr sehen konnten. Von atemberaubender Blauäugigkeit zeugt ein Satz gegen Buchende (P 351): „Nur vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung in Europa lässt sich der unerbittliche Kampf verstehen, den der Yishuv gegen jede Art der Beschränkung von Einwanderung, Landkauf und Ansiedlung führte.“ – Es mag ja den einen oder anderen Zionisten gegeben haben, dem es um die Rettung von Menschen vor der Ermordung ging, studiert man jedoch die Äußerungen des wichtigsten Zionisten David Ben Gurion, seiner beiden bürgerlichen Widersacher Chaim Weizmann und Zeʾev Jabotinski sowie die des langjährigen Vorsitzenden der Zionistischen Weltorganisation Nahum Goldmann, so ergibt sich, dass der Zionismus nicht interessiert war, Menschen zu retten, sondern wehrfähige Juden und gebärfähige Jüdinnen ins Land holen wollte. Doch nicht nur zionistischer Propaganda geht sie auf dem Leim, auch ein PLO-Standardargument gibt sie unkritisch wieder: „Dem jüdischen Staat war deutlich mehr Land zugeteilt als das zu dieser Zeit in jüdischem Besitz befindliche Land, das lediglich 6–7 % des Mandatsgebiets ausmachte.“ (P 328) Weite Teile die Landes waren Strand, Sumpf, Felsen, Wüste, Straßen, Bahndämme, Bäche; der Naqab umfasst 50% des Landes, nur etwa 15 % des Mandatsgebiets waren klar in arabischer Hand. Wenn man die Weidegebiete der Beduinen – deren Rechte auch in arabischen Staaten eingeschränkt werden – auf der arabischen Seite einrechnet, kommt man auf 25 %. Wer nur die Zahl 6-7 für Juden zitiert, akzeptiert, dass den Arabern mindestens 93 % zustanden. Man kann ja das PLO-Argument bringen (die Araber waren die rechtmäßigen Besitzer des Landes, also gehörte alles Staatsland ihnen), aber den arabischen Anteil gar nicht zu erwähnen, ist nur die halbe Wahrheit. Gedankenlos und ängstlich Leserunfreundlich auch: „die osmanischen Behörden siedelten verschiedene Flüchtlingsgruppen an, darunter Tscherkessen aus Bulgarien und Rumänien …; ab 1856 strömten auch Flüchtlinge aus Algerien nach Palästina.“ (P 164) Das klingt so, als seien die Algerier zahlreich und spontan, ohne Zutun der Behörden geströmt, und aus der Reihenfolge der Aufzählung und aus „ab 1856 strömten auch“ schließe ich, dass die Tscherkessen vor den Algeriern kamen. Beides falsch! Die Tscherkessen kamen ab 1878, und bei Schölch steht „Čerkessen und Tartaren aus Bulgarien und Rumelien“; bei den Algeriern präzisiert er „nach Safad und nördlich des Ḥūle“. Schließlich fände ich es nett zu erfahren, dass es sich nicht um bulgarische Tscherkessen und rumelische Tartaren handelt, sondern, dass diese Kaukasier nur 12/14 Jahre Zwischenstopp gemacht hatten: Nach 1864 waren sie nämlich aus ihrer Heimat vor den Russen geflohen und als Slawen das Osmanischen Reich auch auf dem Balkan bedrängten, zogen sie weiter. „die Idee der «Produktivierung» der «jüdischen Massen» durch Verwandlung jüdischer «Luftmenschen» in «Arbeiter» gab an sich antisemitische Vorurteile … spiegelbildlich wieder“ (P 133) Typisch für das Wischi-Waschi-Denken der Autorin: Dass im Westen des Zarenreiches bei den Juden der Anteil an Bauern geringer, der von Händlern höher war als bei Katholiken und Orthodoxen, ist kein Vorurteil; die Vorstellung, der Jude habe den Handel im Blut oder der Talmud sei ein Handbuch zum Übervorteilen von Christen, ist antisemitisch. Spiegelbildlich wäre es, wenn die Zionisten die Christen für unproduktiv hielten. Zionisten spiegeln aber nichts, sondern teilen die Verachtung für Händler, Theaterkritiker und Textilarbeiter, bewunderten Bauern, Schmiede und Bergleute – je körperlicher und je unmittelbarer mit dem Boden verbunden, desto besser. Auch hinter dem „an sich“ steckt unsauberes Denken: Die Autorin glaubt, ein „antisemitisches Vorurteil“ sei keins, sobald es von Juden geglaubt wird. Aber was kann man von jemandem erwarten, der sich bei der iberischen Eroberung Sebtas (alias Ceuta) um 497 Jahre (P 170)[5], der österreich-ungarischen Besetzung Bosnien-Herzegowinas um vierzig Jahre (P 260)[6] und dem israel.-jord. Friedensvertrag um zehn Jahre (P 374) vertut, wer Vichy nach Paris verlegt (P 347) und die Westsahara mit Mauretanien verwechselt (P 170)ö Dass sie „verpachten“ und „verkaufen“ (P 32) verwechselt, wundert da nicht mehr. Dass Basilika auf griechisch Martyrion heiße und Rotunde Anastasis, ist eher Schlampigkeit (P 42). Der Staat Israel „übernahm“ 1949 auch nicht den Schekel als Währung, sondern das britische Pfund. (P 132) Anglophil
Gudrun Krämer hat am Englischen einen Narren gefressen. P 67 versichert sie den Leser, dass die Vokabeln „im englischen Original noch massiver wirken“, und P 53 erklärt sie: „das Zitat ist im englischen Original allerdings noch ausdrucksstärker“. Statt eine adäquate Übersetzung zu versuchen, ist G.K. von der Überlegenheit des Englischen so überzeugt, dass sie den Lesern eine schwache Übersetzung vorsetzt. P 321 schwärmt sie, lustloses Arbeiten sei „im Englischen unnachahmlich als foot-dragging bezeichnet“. Aber übersetzen kann man es trotzdem: schleppend, schleifend, schlurfend, saumselig, nachlässig, langsam, apathisch, lethargisch, unbeteiligt, abgestumpft, schwerfällig, bequem, träge, bedächtig, phlegmatisch, sacht angehen, sich dumm stellen, sich taub stellen, sich Zeit lassen, den Einfaltspinsel geben, sich schwejksch durchmogeln, Dienst nach Vorschrift machen, zur Jagd getragen werden müssen, den Schongang einlegen, den Akkord nicht kaputt machen, sich nicht zu Tode arbeiten, an der Grenze zur Sabotage trödeln, bummeln, sich kein Bein ausreißen … Gern schmückt sie den Text mit Anglizismen – self reliance, warlord, survey (Erhebung; besser noch konkreter: Volkszählung oder Landvermessung) law and order, enclosures (P 104), improvement, war lords (statt Kriegsherren), welfare (P 114), strongmen, stereotype (statt Klischee) abwesende Grundbesitzer = absentee landowners (P 104), absentee landlords (P 286 et passim und GdI), sunni revival (GdI 160). Übrigens entspricht «Banden» nicht bands (P 303) sondern gangs; dass restoration Rückführung (P 84) sei, ist mir neu.[7] „An erster Stelle lag hier [bei den agrarischen Erzeugnissen] bis zur Jahrhundertwende Getreide. Zugleich (!) stieg der Anteil der cash crops wie Sesam und Olivenöl, Tabak, je nach internationaler Konjunktur auch Baumwolle.“ (P 110) und im Glossar „cash crops: (ausschließlich) für den Export bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse“. Erstens werden cash crops generell für den Markt (nicht zur Selbstversorgung oder für Abgaben) – nicht speziell für den Export – produziert: Obwohl Indien 2/3 der Teeproduktion intern verbraucht, ist Tee in Indien cash crop, obwohl der Jemen so gut wie kein qāt exportiert, ist es – außer in abgelegenen Gebieten, wo es der Eigenversorgung dient, – cash crop. Zweitens ist überhaupt nicht klar, warum Oliven, die zum großen Teil für die eigene Familie produziert wurden und nur zu einem ganz kleinen Teil als Öl exportiert, cash crop sein sollen, Getreide aber nicht. Drittens steht hier – wie oft in diesem Buch – „zugleich“ nicht für „zur gleichen Zeit“, sondern einfach für „des weiteren“; Baumwolle hatte seinen Hauptexportboom 150 Jahre früher. Sie hätte den Anglizismus gar nicht gebraucht. P 63: „der Import verschiedener Nahrungs- und Genussmittel von Kaffee über Zucker und Gewürze bis Reis, die nicht vor Ort produziert wurden.“ – werden sonst Güter importiert, die vor Ort genügend produziert werdenö „Grundsätzlich wurden Steuern nur unter Druck entrichtet“ – so weit so gut, doch Krämer hängt eine völlig unerwartete Wendung an: „und, fehlte es an diesem, häufig genug nicht gezahlt.“ (P 76). Gern tut sie gebüldet: „lokale Gemeinschaften horizontal und vertikal vernetzt“ (P 61) „horizontale Gliederung … vertikale Unterscheidung“ (P 27), geschwätzig („das Begräbnis bzw. die Überführung von Toten“ P 38; „Durchsetzung von Gesetz und Ordnung … Law-and-Order“ P 105) oder gebüldet und verständlich: „innerhalb der Stadt (intra muros)“ (P 61) und „in bar“ erklärt sie durch „nicht in Naturalien“ (P 76) „auf Anatolien und Rumelien, d.h. auf die asiatischen und die europäischen Reichsteile“ (P 61). Hier gibt sie sich selbst die Auflösung von Begriffen, mit denen sie nicht vertraut ist, schließlich faselt sie S. 164 von Rumänien, wo Rumelien gemeint ist. „die syrische Lande“ wäre die korrekte Übersetzung von bilād aš-šām (P 189) «Nuova Gerusalemme» heißt auf Russisch nicht «Neues Jerusalem» (P 44) sondern Новый Иерусалим (Novyi Ierusalim). Es gibt keine Seite, die man nicht verbessern müsste. Das sind oft Kleinigkeiten, aber wofür gibt es denn Lektorenö „ein Vorschlag, den bereits die Peel-Kommission gemacht hatte, um ihn aber zugunsten einer Teilung aufzugeben.“ (P 343) Offensichtlich, hat die Peel-Kommission den Vorschlag in Erwägung gezogen/ hat ihn geprüft, aber verworfen, gemacht hat sie ihn gerade nicht, und dass sie ihn gemacht habe, damit sie ihn später aufgeben könne, ist patenter Unsinn. P 92 „neben – und später anstelle – … nahmen erst konkrete Formen an, als Sultan Mahmud II neue Truppen aufstellen ließ, und zwar nicht, um die Janitscharen zu ergänzen, sondern um sie zu ersetzen.“ – also doch gleich „anstelle“! P 51 „Hier wie in der Preisliteratur, von der gleich noch die Rede sein wird, handelt es sich zunächst wohl um eine lokale Produktion … Lokalen Ursprungs war zugleich die Literatur über die Vorzüge Jerusalems …Nebenbei bemerkt gab es vergleichbare Schriften für eine Vielzahl von Städten und Landschaften, so dass sie sich keineswegs auf Jerusalem beschränkte.“ Von 136 „lokal“ könnte man 28 ganz weglassen und 13 korrekter durch regional ersetzen. P 59 bietet sie in ein paar Zeilen: „lokales Straßen- und Wegenetz … lokale Gemeinschaften … lokale Bevölkerung“. P 58 Ẓāhir
„Im Gegensatz zu Zahir aber war Ahmad Pascha [sic, nicht Pasha] selbst Repräsentant des osmanischen Staatsapparats, der sorgsam darauf achtete, fällige Steuern und Abgaben fristgerecht zu entrichten.“ (P 80) Erstens lassen sich Beiwörter einsparen: im Gegensatz enthält aber; fällige enthält frist- und sorgsam enthält -gerecht. Zweitens führte auch Ẓāhir Abgaben ab: Er begann seine Karriere um 1705 als osmanischer [nicht etwa russischer] Steuerpächter, 1730 war er Multaẓim von Tiberias und ʿArrāba und 1768 verlieh ihm der Sulṭān den Titel „Šaiḫ von Akka, Amīr von Nazareth, Tiberias, Safed und ganz Galiläa“. Krämers Gegensatz gibt es nicht, es gibt andere Unterschiede. Ẓāhir war bestimmt kein Mameluck, als welchen Krämer Aḥmad Bāšā bezeichnet (P 79). Doch während sie uns sonst erklärt, dass muslimische Richter „Kadi“ heißen (P 71) und dass Kadi „Richter“ bedeutet (P 73), bleibt sie uns hier die Erklärung schuldig. Aḥmad war kein Sklave – die Grundbedeutung von mamlūk –, er war ein Fremder und konnte reiten, wie die Mamelucken, und er stützte sich auf fremde Militärs. Dass die Angeworbenen zahlenmäßig immer und in der zweiten Hälfte seiner Herrschaft auch machtmäßig wichtiger waren als die Angekauften, kann man vernachlässigen, und seine Macht wurde nicht innerhalb seiner Familie weitergegeben, sondern innerhalb seines Haushalts. Ganz falsch liegt Krämer also nicht, aber ihre im strikten Sinne falsche Bezeichnung sollte sie begründen. Zur weiteren Relativierung: Alle hohen osmanischen Amtsträger mussten Mamluken halten, hielten sich aus Prestigegründen oft viele – auch Aḥmads Damaszener Konkurrenten, die Familie al-ʿAẓm, hatte Sklaven und eine „Privatarmee“, ohne von ihr „Mamluken“ genannt zu werden. Entscheidend ist: Ein Mamluk gehörte seinem Herrn oder war durch ein Treuegelöbnis an seinen Freilasser gebunden – nichts von beidem gilt für Aḥmad. „Schon dessen Nachfolger Abdallah Pascha (1819–1832) stellte sich mit der Bekämpfung ländlicher Clans wiederum in den Dienst des Sultans“ (P 81) enthält zwei falsche Füllsel: Schon setzt voraus, dass hier ein Trend anfängt, der danach voll zum Tragen kommt, danach kommt aber die ägyptische Herrschaft. Und wiederum ö In Wirklichkeit wurde ʿAbdallāh 1822 von Konstantinopel für „abgesetzt“ erklärt, was er ignorierte. Und dass er 1830 zusätzlich als Multaẓim von al-Quds aš-Šarīf, al-Ḫalīl und Nāblus eingesetzt wurde, kann man auch als „Bekämpfung ländlicher Clans“ umschreiben – „Ausweitung des Herrschaftsgebiets“ wäre eine andere Möglichkeit – P 57 nennt die Autorin die Übertragung zusätzlicher Funktionen (ohne Nennung des Bedachten und ohne Beleg für die Begründung) „Vereinheitlichung der «palästinensischen» Provinzen, um die Expansionsgelüste Muhammad Alis abzuwehren“. – Ob es 1794, als Aḥmad Bāšā die Wollsteuer in ganz Palästina einzutreiben hatte, auch um die Abwehr ägyptischer Expansion ging, ist unbekannt. Komplett falsch ist die Behauptung, auch „in den 1840er Jahren“ seien „die «palästinensischen» Provinzen“ vereinheitlicht worden. nichts kapiert Eine Geschichte Palästinas 1730 bis 1860 zu schreiben, in der die Parteiungen „Qais – Yamanī“ nicht einmal erwähnt werden, ist eine Meisterleistung besonderer Art. Arabischen Quellen zufolge verdankt die Zayādina, die qaisitische Familie Ḍāhirs, ihren Einfluss dem qaisitischen Drusenemir Bašīr, der nach dem Sieg über die yemenitischen Šiʿitenšaiḫs überall Qaisiten als Steuerpächter einsetzte, und in Zentralpalästina waren die Parteiungen bis etwa 1860 die einzigen überörtlichen Bündnisse. Krämer hat nichts dazu, obwohl eines der von ihr aufgelisteten Werke dies zum Gegenstand hat[8] und in einem anderen von ihr als Quelle angegebenen Buch zu lesen ist: „much of the Muslim [and Christian a.s.] population was divided between ‚Qays’ and ‚Yaman’ … Paradoxically, the centuries of feuding between these clans had some cohesive effect on Palestine.”[9] Schölch schreibt, dass sie danach zwar noch im Munde geführt wurden und im Brauchtum noch hundert Jahre später eine große Rolle spielten, dass aber allmählich Ideologien (Panislamismus, Nationalismus, Liberalismus, Sozialismus) die alten Loyalitäten überlagerten und dann ablösten – ein Umbruch, den man aber nur mitbekommt, wenn man geruht, den Zustand davor zur Kenntnis zu nehmen. Dass um 1860 die Herrschaft der Scheichs durch die mächtigere, bürokratischere Staatsverwaltung zurückgedrängt wird, ist eine der Ursachen dafür. – In GdI macht sie es besser, aber auch falsch oder zumindest forsch. Im Zusammenhang mit dem Syrien des 8. Jahrhunderts schreibt sie: „in Syrien und Palästina traten noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts rivalisierende Clans als Qays und Yaman auf“ (GdI 54), so, als habe es diese Moieties (im Maghrib liff pl. lufūf genannt) immer gegeben. Sie hat ganz offensichtlich keine Ahnung von segmentären Gesellschaften und vom Funktionieren von gesellschaftlichen Hälften – und lässt entsprechend auch die Leser im Dunkeln. Sollte sie aber Belege für die ununterbrochene Existenz von Qais und Yaman in Palästina (etwa auch im 11. und 13. Jahrhundert) haben, wäre es schön, die Leser darüber zu informieren. unwissenschaftlich So wie sie in der „Geschichte Palästinas“ Umbruch nicht definiert, so dekretiert sie in der „Geschichte des Islam“, dass der Islam zwar einen Klerus haben könne, aber keine Kirche. Wenn man aber nicht auf Katholiken, Orthodoxe und Lutheraner fixiert ist, sondern etwa Mennoniten oder Methodisten in den Blick bekommt, wenn man Kirche als „Gemeinschaft der Gläubigen“ definiert, wird die Krämersche Aussage falsch. Mehr wäre gewonnen, wenn man konkret die Unterschiede benennen würde: etwa die Abwesenheit von Sakramenten im Hochislam – Vorstellungen und Rituale der Volksfrömmigkeit liegen aber in manchen Gegenden nicht allzu weit von denen von sizilianischen Katholiken, in Syrien lassen sogar einige Muslime ihre Kinder christlich taufen. Kein Vorwurf, dass man dass auf ein paar Seitten nicht unterbringt. Aber Festlegungen ohne Klärung der Begriffe sind nicht hilfreich. gute Vorsätze Sie gelobt, „die Geschichte Palästinas nicht von ihrem Ausgang her zu schreiben“, aber außer Juden und Arabern kommen nur Engländer vor. Die Unterlegenen – Franzosen, Russen, Genuesen, Livornesen, Venezianer, Spanier, Österreich, Preußen – sind unterbeleuchtet. Gegenüber den Arabern Jerusalems und Nablus’ werden die (später vertriebenen) Jaffaer, Baiṣaner und Maǧdaler übergangen. Dass vor 1914 Juden in Šafā ʿAmr, Gaza und Nablus lebten und arbeiteten, kommt nicht vor. Die Zustände heute sind bestimmend für ihre Darstellung des Gestern. Die Juden vor Beginn der – von ihr brav „Aliya“ genannten – Einwanderung von 1882 kommen nur als Opfer von Plünderungen unter Ibrahim Paša vor. Dass einer der mächtigsten Männer der Herrschaft Akka Ḥaim Farḥī (1760—1819) war, und dass in den hundert Jahren vor der britischen Eroberung sefardische Händler, Bankier und Investoren eine große Rolle spielten: Fehlanzeige. Die Namen Eliʿašar, Amzalek, Navon, Valero, Chinaeo, Benveniste, Mani, Kastel sucht man im Register vergebens. Man erfährt auch nicht wie fadenscheinig die Unterscheidung von Zionisten und PLO zwischen palästinensischen Juden („alter Yišuv“) und Kolonisten/Zionisten ist. Um 1800 lebten nämlich weniger als 10 000 Juden in Palästina, und die Zahlen schwankten stark – mal hatte Sefad 4000 Juden, mal ganze sieben Familien (nach dem Erdbeben von 1759). Nichts bei Krämer über die Siedlungsringe (erst sfardische Händler und Kabbalisten, 1776 und 1781 russische Chassidim, 1808/9 300 Familien litauischer Mitnaggdim, die mit Pflügen, Hacken und Eggen kamen. Man erfährt auch nicht, dass keine aschkenasische Familie ihre Präsenz im Land länger als 1830 zurückverfolgen kann, und nur zwei sfardische ― denn dass es im 16. Jahrhundert ein Toledano in Sefad gab und im 19. Jahrhundert einen in Jerusalem, sagt nicht, dass die Familie nicht dazwischen auf Rhodos oder in Alexandria lebte. Nicht einmal die Siedlungen Montefiores werden erwähnt. Immerhin bringt sie, dass die ersten Kolonien von fromme Mitgliedern des alten Jischuw gegründet wurden. Über die Knesset Israel (wieso nicht Knesseth Yisraʾelö) schreibt sie einen (unverständlichen) Satz (P 227); in ihr waren nämlich alter und neuer Jischuw zusammengefasst. Wahrscheinlich hat sie nicht kapiert, dass die Jewish Agency nicht die Vertretung (P 200) bzw. Repräsentation (P 199) der Juden Palästinas war, sondern der Weltjudenheit. Auch die Vielgestaltigkeit jüdischer Schulen begreift sie nicht (P 212). Dass die Autorin so wenig über das Leben der palästinensischen Bauern zu berichten weiß, liegt auch daran, dass sie die Schriften der Ethnologen (Taufiq Canaan, Helma Granqvist, Gustav Dalman) ignoriert. P 69f. schreibt sie „der aus Istanbul entsandte Kadi bekleidete innerhalb der osmanischen Gelehrtenhierarchie einen vergleichsweisen hohen Rang.“ Dummerweise erinnert sie sich auf P 257 nicht mehr daran: Sie schreibt „das Amt des Muftis, das wie erwähnt in der osmanischen Ämterhierarchie vergleichsweise hoch angesiedelt war“ – peinlich für eine Islamwissenschaftlerin, den Rechtsgutachter und den Richter nicht auseinanderzuhalten – zusätzlich wäre es richtiger, bei Muftis von Gelehrten, bei Kadi von Amtsinhabern zu sprechen; typisch Krämer ferner, das doppelte, nichts-sagende „vergleichsweise“.
Manchmal verliert sie den Überblick: P 255 erzählt sie Unsinn: „an vielen Stellen war ein enger Zusammenhang von Religion (Islam) und antikolonialem Kampf gegeben … In Syrien etwa sprachen Widerstandskämpfer von einem «nationalen Jihad » (jihad watani).“ – Richtig dagegen P 322: „«Jihad» längst zum Synonym für den nationalen Befreiungskampf geworden, so dass sich die speziell religiöse Note («Kampf auf dem Weg Gottes, al-jihad fi sabil allah) verloren hatte.»)“ und ein bisschen zu zahm P 305: „intensives Bemühen um ein gottgefälliges Leben (al-jihad fi sabil allah).“ – Eine wirkliche Übersetzung von jihad watani ist also nicht nationaler Jihad, sondern: „nationale Anstrengung“. Ungenau faselt sie von „60 % Griechisch-Orthodoxen“ (P 165), „obwohl ein Teil der Gläubigen der russisch-orthodoxen Kirche angehört“ (P 239). Am 1. Mai 1921 lässt sie die „Kommunistische Partei Palästinas (Mopsi)“ demonstrieren, obwohl es die KP erst ab 1922 gab und MOPSI die Abkürzung von
מפלגת פועלימ סוציאליסטים עיברים
ist, also Partei Hebräischer Sozialistischer Arbeiter bedeutet – 1919 war sie als
מפלגת פועלימ
סוציאליסטים (MOPS)
gegründet worden. P 111 Templer „die sich an 1869 in Galiläa niederließen“ – komplett falsch: 1868 gründeten die aus der württembergischen Kirche ausgeschlossenen Templer eine Kolonie in Haifa, 1869 eine in Jaffa, 1871 eine nördlich von Jaffa und 1873 eine in Jerusalem, die 1878 ein paar Meilen nach Süden umzog. 1902 gründeten Templer eine Kolonie bei Ludd. Die einzigen deutsch-protestantischen Siedlungen in Galiläa erfolgten 1906 – und zwar von Mitgliedern der Landeskirche! P 110 „Bis in die 1870er Jahre war die «palästinensische» Handelsbilanz im übrigen positiv“ – ja, aber bei Schölch erfahren wir zwei wichtige Einschränkungen: Ein großer Teil der in Akka/Haifa/Jaffa gelöschten Importe wurde in Beirut verzollt und taucht nur in den dortigen Büchern auf und die meisten «palästinensischen» Kleinhändler bezogen ihre Importwaren via Beirut oder Damaskus. Manchmal ist sie komisch: P 53 bietet sie uns „ein gutes Beispiel“ „europäischer Reiseliteratur“, das „im englischen Original allerdings noch ausdrucksstärker ist“ und dann klärt sie uns auf, dass der englische Reisende des 19. Jhd. in Wirklichkeit ein israelischer Professor des 20. Jahrhunderts ist. Die Karten sind geklaut und/oder falsch: P 20 teilte sie uns mit, dass sich die Grenzen „von Dan bis Beersheva“ auf die „Zeit des ungeteilten Königreiches (ca. 1000–928)“ bezieht; die so überschriebene Landkarte daneben weist jedoch späthellenistische Gebiets- und Ortsnamen auf. Die Karte P 60 „Handels- und Pilgerrouten im 18. Jh.“ hat alle Fehler (und einige mehr) der geklauten Karte: a) Die Küstenlinie weist völlig übertriebene Einbuchtungen auf, sie ähnelt darin keiner der anderen Karten im Buch, sondern kopiert sklavisch die Fehler der „Karte 2: Die Provinz Syrien im Jahre 1880“ aus Alexander Schölchs Palästina im Umbruch (Stuttgart 1986), die Quelle nennt sie aber nicht: b) 1880 fällt nicht ins 18. Jahrhundert, sondern liegt ziemlich am Ende des 19., c) Beirut gehört nicht zum Libanon-Gebirge – richtig bei der ungenannten Quelle. d) Die Pilgerroute schwenkt auf der Karte in Jenin Richtung Damaskus, im Text eine Seite davor „auf der Höhe von Jenin zur Küste“ – richtig: bei Ǧenīn über Qunaitra nach Damaskus.
P 117 schreibt sie: „In administrativer Hinsicht war [der Jabal Nablus] von der osmanischen Eroberung bis 1849/50 mit kurzen Unterbrechungen Teil der Provinz Damaskus, wurde dann der Provinz Sidon zugeschlagen und gehörte schließlich von 1887/88 bis 1918 zur Provinz Beirut, war also stets nach Norden ausgerichtet.“ – Genau genommen gehörte es zuerst ein paar Jahre lang zu ʿArabistān, das dann in Ḥalab und aš-Šām geteilt wurde, 1702 bis Februar 1705 gehörte es zu Ṭrablus, bis 1710 wohl zu Ṣaidāʾ, laut Cohen war es danach Damaskus zugeordnet (genau wie Krämer P 57 schreibt, aber offensichtlich, ohne sich dabei etwas gedacht zu haben): offiziell Teil der Provinz Ṣaidāʾ, aber dem Wālī von Damaskus in Personalunion anvertraut; laut Schölch gehörte es 1866-68 zu Jerusalem. f) Im Gegensatz zur Karte bei Schölch erkennt man nicht, dass die Bezirke Lāḏiqīya, Ṭarābulus, Ḥamā, Dimašq, Ḥaurān, Bairūt, ʿAkkā, Nābulus und Balqāʾ zu Provinzen gehören, Südpalästina und der Ǧabal Lubnān aber reichsunmittelbar waren. (Auch Schölchs Nachfolger in Erlangen benutzt diese Karte gelegentlich, aber seine „Major trading networks in Syria in the second half of the 18th century“, hat auch „coastal Shipping“ und Überseedampferrouten.) Die Karte P 101 „Geographische Gliederung Palästinas“ ist ein Witz: Statt einer Reliefkarte eine Kinderzeichnung mit Hügelchen. Wieso gibt es darin „Samaria“ (viel zu weit westlich), aber keinen Ǧabal Nābulus, wieso gibt es Hebron, nicht Ḫalīl, wieso Beersheva und nicht Biʾr aš-Šabʿ, wieso ist der Ḥūlē-See eingezeichnet, aber der Zustand nach der Trockenlegung bezeichnet („Hule-Becken“)ö Wenn Hermon und Arnon nicht zur Geographie gehören, wieso dann der Jabokö Die Karte P 121 ist eine getreue Eindeutschung der „Karte 3: Die Verwaltungsbezirke von Syrien und Palästina am Vorabend des Ersten Weltkrieges“ aus Palästina im Umbruch ohne jede Quellenangabe. Und typisches Durcheinander: „Vilayet von Beirut“ aber „Provinz Libanon“ – wieso nicht Provinz Bairūtö Schließlich erklärt die Autorin P 57, dass arab wilaya/türk. vilayet (in Wirklichkeit meist eyālet, auch paşalık) Provinz heiße – auch dort schwankt sie für liwaʾ/sanjak zwischen „Distrikt“ und „Bezirk“. Und „«unabhängiger» Verwaltungsbezirk“ heißt auch nicht „sanjak, mutasarriflik“, sondern „mustaqıllan idāre olunmaqdadır“. Die Karte P 193 soll den „Vorderen Orient (1920)“ zeigen, zeigt aber den Groß-Libanon, Syrien, Palästina und Transjordanien schon als eigenständige Gebilde, obwohl es die 1920 noch nicht gab. Schlimm auch, dass P 60 die Pilgerroute Aleppo-Kerak zeigt (leider nicht die von Kairo nach ʿAqaba) und auch noch ein Stückchen „Überseeroute“ nach Jaffa, aber weder erkennen lässt, dass die aus Damiette kommt, noch die vielen neuen Dampfschifffahrtslinien nach Jaffa, Haifa, Akka und Beirut zeigt. Ja, wenn man von den zehn Karten von Schölch nur zwei klaut, und auch sonst wenig über den Handel im 17. und 18. Jahrhundert gelesen hat, dann kommt man zu so unverschämten sich interessant machen wollenden Ins-Grab-Rülpsereien wie P 112: „ob man, wie Alexander Schölch, von einem «Umbruch» sprechen soll, sei dahingestellt.“ – ohne „Umbruch“ zu definieren![10] Hierzu ein paar Zitate aus einem Artikel, den sie – ohne Seitenangabe – als Beleg für „Zuwanderung von Notabelnfamilien aus dem benachbarten arabischen Raum“ (P 114) anführt, zu der dieser Artikel – im Gegensatz zu Schölchs Buch – aber nichts enthält: „What made the military achievement of the authorities irreversible [after the end of the Crimean War] were the structural changes which followed. ... clear shift of power … The control over the countryside by the cities, where government was centred, was dramatically strengthened as a by-product of centralization, modernization and integration into the world economy. The improvement of security and communication, privatization of means of production, the land, and the growing demand for agricultural produce were the main factors … formed a landmark in the process of transformation … By failing to adjust to the new realities, these families were marginalized as far as socio-political leadership was concerned. … The quick rise of merchant families in Gaza and Jaffa was made possible by the radical changes … The rural chiefs were the prime victims of the Tanẓīmāt. … The second group which lost power and influence as a result of centralization and modernization was that of the urban aghawāt …“ soviel zu Umbruch in ʿĀdel Mannāʿ: Continuity and Change. Viel ließe sich über die (für jedes Kapitel neu bei 1 anfangenden) Endnoten sagen. Das erste Mal blätterte ich nach hinten bei „ins Arabische, wo es als «Filastin» erschien.8“ Hinten geht es aber überhaupt nicht um Filastin, sondern um hebräische, bibel-griechische und talmud-aramäische Bezeichnungen, die im Text gar nicht vorkommen. Statt Ausführungen zu der Sache, die mich interessieren, bekomme ich Marginales, für das im Text kein Platz war. Wenn ich nur kurz mit den Augen nach unten springe und feststelle Fehlanzeige, ist das o.k., aber so empfinde ich es als Unverschämtheit gegenüber dem Leser. Typisch für die gedankenlose Art der Autorin: „Hingegen ist eine «Enteignung» …, von denen in der Literatur wiederholt die Rede ist … nicht nachgewiesen.12“ (P 103) und in der Endnote gibt es drei Stellenangaben. – Aber handelte es sich hier um die Enteignungs-Literatur oder um Stellen, die den Nachweis nicht bringenö P 192 schreibt Krämer lahum ma lana wa-ʿalaihim ma ʿalaina sei „eine aus der islamischen Rechtstradition stammende Formel“; der Note entnehmen wir, dass sie einer Formel der ägyptischen Wafd gleiche. Da es sich bei der Wafd um eine überkonfessionelle bürgerliche Partei handelt, sieht es nach Lüge aus. Typisch die geschwätzige Übersetzung: „ihnen soll zukommen, was uns zukommt, und sie sollen die Lasten tragen, die wir tragen, d.h. gleiche Rechte, gleiche Pflichten“. Interessanterweise entgeht Gudrun Krämer die feine Diskriminierung: Wie der angeblich anti-rassistische Spruch Der Frömmste soll Kalif sein, selbst wenn es ein Schwarzer wäre die Minderwertigkeit der Schwarzen voraussetzt, so setzt die Unterscheidung zwischen uns und ihnen zuerst UNS, die Muslime, als die eigentlichen Bürger, mit denen die andern gnädig gleichgesetzt werden. In der Note wäre genug Platz für die Analyse gewesen. Die Klagemauer ist nicht das einzige Stück, das „von der herodianischen Umfassungsmauer erhalten geblieben war“ (P 264), nicht einmal das einzige zugängliche (große Teile sind durch Gebäude „verstellt“). Wer sich in Jerusalem auskennt, kennt die kleine Mauer הכותל הקטן. from thekotel.org: Throughout the generations since the Temple’s destruction, the Western Wall was the remnant closest to the site of the Temple’s Holy of Holies that was accessible to Jews. The exposed, outdoor section of the Western Wall is just a small part of the whole Wall. The entire length of the Western Wall, however, is actually 488 meters (1,600 feet) long! The Small Western Wall is the name given to a small, exposed section of the Western Wall located about 170 meters (558 feet) north of the Western Wall Plaza. It can be reached by going through a narrow alleyway adjacent to the Iron Gate in the Muslim Quarter. Measurements of the Small Western Wall have shown that the section that is completely exposed measures 8.2 meters (27 feet). The southern section, in which only the upper part is exposed, is 5.5 meters (18 feet). The exposed section located under the northern arch is 4 meters (13 feet). The total length of the Small Western Wall from the entrance gate in the south to the end of arch in the north measures 17.70 meters (58 feet). The longest stone in the Small Western Wall is 1.15 meters (3.8 feet) long. The Small Western Wall Plaza is 4.20 meters (13.8 feet). The elders of Jerusalem used to come to the Small Western Wall to recite Tikkun Hazot (A Kabbalistic midnight prayer for redemption). Stones dating from different periods can be identified in the Small Western Wall. Some of these are in secondary use, such as a stone used as the base of a pillar. In 1971, the Ministry of Religion decided to renovate the northern arch and scaffolding was erected. The contractor accidentally cut and drilled into the stones of the Small Western Wall. The Rabbi of the Western Wall, Rabbi Meir Yehuda Getz, painstakingly collected the broken chips of stone out of respect for their great holiness and displayed them in the Western Wall Plaza. In the mid-1970s, the area in front of the Small Western Wall was paved with cobblestones. Visitors have frequented the site since the Six Day War (1967), and Jewish residents who live in the vicinity often hold Sabbath eve prayers there. This gate has two entrances: the southern entrance, known as Bab al-Sinsila, or the Chain Gate, and the northern one, known as Bab al-Salaam, or the Peace Gate. The current structure of the gates dates from the Mamluk period, though it contains earlier Crusader remains. In the 'Prayers at the Gates' found in the Cairo Genizah, this gate is apparently identified as David's Gate, though some scholars identify it as the Shechina Gate. The road that leads to the gate is also called Chain Street in Arabic. Die Autorin weiß wohl, dass es zwischen 1949 und 1951 in Ägypten keine „Reihe von Militärputschen“ gegeben hat, sie schreibt es aber (P 376). Dass der Oberste Muslime Rat „als Entsprechung der Jewish Agency als politische Vertretung der [Araber] gedacht war“ (P 260) stimmt nicht. Es war eine Vertretung der Araber geplant: Immer wieder wurde versucht, sie zur Teilnahme an einem Legislativrat zu überreden (der jedoch entweder wenig Macht haben sollte oder in dem Briten und Juden zusammen die Araber überstimmen konnten). Im Oktober 1923 versuchte der Gouverneur eine Arabische Agentur einzurichten (Porath I 175ff.). De facto war bis 1927 die Arabische Exekutive, der landesweite Zusammenschluss der Notabeln mit einem über-repräsentativen christlichen Anteil die Vertretung der Araber. Erst sind die Banu Taghlib nur „zu einem gewissen Grade mit christlichen Ideen vertraut“ (GdI 29), später heißt es richtig: „Banu Taghlib durften Christen bleiben“ (GdI 45). Tautologisches: „unter eigenen Anführern weitgehend autonom“ (GdI 31), „er inszenierte ganz gezielt“ (GdI 183) „üblicherweise pflegten sie“, „Eigen-charakter“, „exemplarisch am Beispiel“ GdI 269
Hasan al-Basri aus Basra ist bei ihr ein Prediger (163)
„der unter dem Titel der Herren des Ferghana-Tals im heutigen Usbekistan als «Ikhshide» bekannte türkische Herrscher Ägyptens“GdI 111 – Erstens teilen sich Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan das Tal, zweitens ist es ein in ganz Sogdien für den Herrscher üblicher Titel, wohl aus altpersisch ḫšāiṯiya (neupers. šāh). Befremdlich wie weit die Arabophilie geht: „So zerstörerisch der Einfall [der Banu Hilal] wirkte, verstärkte er zugleich doch den arabischen Bevölkerungsanteil und drängte die Berber weiter ab.“ Sie ist in einem Maße um die Blutsherkunft besorgt, wie es seit 1945 selten geworden ist. Ständig erzählt sie uns von christlichen Müttern und Ehefrauen der Herrscher. So hatte man schon vor 1945 die Leistungen der Herrscher erklärt, die dem Blute nach gar keine Araber bzw. Türken waren. Und wie damals übergeht sie die vielen schwarzen Mütter arabischer Herrscher. „die [osmanischen] Sultane selbst waren häufig genug Söhne christlicher Mütter und Gatten christlicher Ehefrauen und Konkubinen, und zwar sowohl freier Prinzessinnen wie versklavter Gefangener“ (GdI 204). „Anders als die Osmanen ehelichten die Moghulprinzen auch freie Frauen, und zwangen sie nicht zur Konversion“ (GdI 255 – ihr 51 Seiten vorher Geschriebenes hat sie schon vergessen!). „seine Mutter und seine Frau waren nestorianische Christinnen“ (GdI 178), „Sohn aus der Ehe mit Martha“ (GdI 233).
„Selbst Urenkel eines Konvertiten umwarb er als Verbündete bemerkenswerterweise aber nicht die christlichen Könige, sondern Muslime“ (GdI 146). „al-Hakam II. verheiratet mit einer Baskin“ (GdI 146). „Im Rheintal richten sie unter den örtlichen jüdischen Gemeinden Massaker an“ (GdI 136) – etwa unter unörtlichenö „Selbstverständlich“ stimmt es nicht wirklich, dass Rationalismus, Wissenschaft und Gedankenfreiheit nach dem 13. Jhd. eine geringe Rolle gespielt hätten als im 8. und 9. Jhd; schließlich sei ja die Mystik aufgeblüht. Die Bücherverbrennung erwähnt sie zwar, misst dem aber keine Bedeutung bei. (GdI 160f.) Rumi und Haddschi Bektasch vertraten eine „ähnliche Richtung“ (GdI 168 + 228). „Timur, «der Lahme», dem Namen nach sunnitischer Muslim“ (GdI 182), „bekanntlich kein Usbeke“ (GdI 183). „Mit seiner erfolgreichen Energie machte er tiefen Eindruck“ (GdI 183) „das Prinzip, dass die Untertanen der Religion des Fürsten zu folgen hätten, <haben> (cuis regio, cuis religio)“ (GdI 173, 239) „Sunan Kuds (von arab. al-quds)“ (GdI 193) bleibt unerklärt. „Akbar genannt der Große“ (GdI 252) – eigentlich Ǧalāluddīn Muḥammad Akbar, wobei Akbar „der sehr Große“ heißt. – „Askiya ein könglicher Titel“ (GdI 199): Mamadu Ture nahm nicht den könglichen Titel Askia (so die deutsche Schreibung), sondern er wurde es ähnlich wie Augustus und Caesar (er soll „der Starke“ bedeuten). „Die 1792/93 geschaffene «neue Ordnung» (nizam-i jedid – hier fiel bereits das Wort «neu»)“ (GdI 269) – In Wirklichkeit fiel das Wort viel, viel früher, nämlich bei der Schaffung der Janitscharen – yeni heißt nämlich nicht „jung“, wie Krämer schreibt, sondern „neu“. Es gab schon vor Mehmed II. kanunlar, vom Herrscher gemachte Gesetze (GdI 206); es kann sein, dass M II, der Erste war, der erklärte, dass sie nach seinen Tod weiter gelten sollten. Dass sich „Fidaʾiyyin“ von „fidaʾi, «der sich opfert» … ableitet“ (GdI 126), ist komisch – es ist schlicht der Plural. Das nördliche Tiefland hat „drei große Flüsse Indus, Ganges und Brahmaputra“: „Der Indus entspringt im Himalaya“ (GdI 246) – und die beiden anderenö „Praktiken, die dem Islam über die Jahre zugewachsen waren“ (GdI 263). „in Mekka und Medina“ GdI 263, 265/285 bedeutet mal (örtlich) in Mekka und Medina und mal steht es (zeitlich) für zur Zeit der ersten Kalifen – nicht gerade leserfreundlich. Es ist eine Missachtung der Leser, „rumelische“ Provinzen zu schreiben statt „europäische“, von Donaufürstentümern zu sprechen statt von „Moldawien und der Walachei“ (oder noch verständlicher von Kern-Rumänien), von «Outremer» statt von den Kreuzfahrerstaaten (richtig heißt es übrigens «oultre mer»). „die mamlukischen Häuser wahrten ihre Stellung (Neo-Mamluken)“– man nennt die Mamelucken nach 1517 Neu-, weil sie andere waren und eine andere Stellung innehatten. „letzter Militärputsch“ war nicht „1969 in Libyen“ – oder warum gelten die 1980 in der Türkei, 1986 im Sudan, 1991 in Algerien nichtö Wenig hilfreich sind Bemerkungen, wie „den Begriff der Kaste sollte man für die Zeit vor dem 19. Jahrhundert zurückhaltend gebrauchen“ (GdI 254), da ohne Erklärung weder für die Zurückhaltung noch für den ungezügelten Gebrauch im 19. Jahrhundert; in Sanskrit gibt es varana für die vier Hauptkasten und jat für die Unterkasten seit 3.000 Jahren, casta im Portugiesischen seit dem 16. und Kaste im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert. Es ist lächerlich, wenn es um das Indien von 1600 geht, von dalit („Geschundener“; 20 Jahre alt) oder harijan („Wischnu gehörend“; 70 Jahre alt) zu schreiben, wo es doch Paria, Unberührbare, Kastenlose gibt. Der indischste Name dafür ist atschuta. „In der Regel bildete auch {ööwo sonstöö} in Indien das Dorf die Lebenseinheit der ländlichen Bevölkerung.“ (GdI 254) GdI 254 zählt sie das Volk der Afghanen (um 1600) auf – die Selbstbezeichnung ist „Paschtunen“; „Afghanen“, das persische Wort, bezeichnet entweder die westlichen Paschtunen oder alle Bewohner des Staatsgebiets. „Wie andernorts auch erfüllten Grßbauten neben ihren unmittelbarem Zweck vielfältige Funktionen von der Repräsentation und Patronage bis hin zur religiösen Legitimation der Herrschenden.“ (GdI 56) „Wie überall förderten die Höfe“ (GdI 254), „Auch die Moghulen nutzten in einem bewußt imperialen Stil“ (GdI 256).
„al-Mansur verlegte seinen Hauptsitz von Syrien in den Irak“ (GdI 70) ist dreifach falsch: „das Strafrecht ist am Code Napoléon orientiert“ (also am Code Civil von 1804). Zweimal schreibt sie, als seien alle indischen Muslime aus dem Mittelmeerraum nach Indien eingewandert, obwohl die meisten Muslime (und die meisten Sufi-Scheichs) Eingeborenen waren: „Auf dem indischen Subkontinent fanden die Muslime in klimatischer Hinsicht ganz andere Verhältnisse vor, als sie es aus dem mediterranen Europa kannten.“ (GdI 245), „Sufi-Scheichs … paßten sich den lokalen Kulturen an.“ (GdI 248) „Sidi“, „Mevlana“, „Sultan“, „Murjiʾa“, „theophon“, „Melkiten“ lässt sie unerklärt. Sie schreibt, dass in den frühen Dynastien „alle Söhne des regierenden“ seine Nachfolger werden konnten (GdI 211); richtig: alle Söhne, (Halb-)Brüder, Onkel und Neffen, wie man zurzeit in Saudi-Arabien beobachten kann. Während es zwei Aḥmadīya-Zweige gibt, gibt es bei ihr nur die AMJ, Qadyanīya – die AAII, Lahore, unterschlägt sie. (GdI 282) „Zunahme des Halbnomadentums infolge des Mongolensturms“ (GdI 179). – Meint sie Transhumansö Krämer benutzt „allein“ falsch: es bedeutet „abgesehen von allem andern, schon“ und nicht „etwa, zum Beispiel“: „Überall wütete die Pandemie. Allein in Syrien starb ein Drittel der Bevölkerung.“ (GdI 181) – Korrekt wären „Allein in Syrien starben fünf Millionen.“ und „In Syrien etwa starb ein Drittel der Bevölkerung.“ „Frankreich und die Habsburger rivalisierten um Österreich“ (GdI 214). „Kapitulationsvertrag“ (GdI 215,230) – „Kapitulation“ bedeutete damals Vertrag, und nicht Kapitulation! Bestenfalls ist es eine Volksvolksherrschaft, schlimmstenfalls wird es missverstanden. „Abschaffung der Kapitulationen“ (GdI 287) – Was sie meint, ist „Aufhebung von Sonderrechten für die Bürger europäischer Staaten, die alle fast Diplomatenstatus hatten“.
Sie behauptet, dass außer Briten, Franzosen, Dänen und Schweden „andere Europäer“ bewaffnete Faktoreien in Indien unterhalten hätten (GdI 191), was nicht stimmt. Inder sind in Indonesien nicht „einheimische Soldaten“ (GdI 196) „in der Nacht vom 26. auf den 27. Ramadan, die «Nacht der Bestimmung», lailat al-qadr, von der Sure 97 spricht“ (GdI 19) – 1.) erst das Zusammenlesen der 97. Sure mit 2:185 und 44:3 ergibt ein Bild; 2.) ist es die 21., 23., 25., 27. oder 29. Nacht (eine ungerade im letzten Drittel). Manche Begriffe kommen grundsätzlich paarig vor: „Clans und Stämme“ und „Schreiber und Sekretär“, wobei sie den Unterschied nicht klarmacht. Leib und Leben Wieso sie die jüdischen Stämme „Clans“ nennt, bleibt im Dunkeln. So wie sich für sie „nicht mehr klären“ lässt, warum Muḥammad die Juden hinterhältig vertrieben, enteignet, versklavt oder ermordet hat bevor der saudische ölboom Medina verändert hat, hätte es sich noch klären lassen! (GdI 24) Bezeichnenderweise „lässt sich im einzelnen kaum mehr klären“, wie die Christen unter den frühen Kalifen behandelt wurden (GdI 42). „der Glaubenseifer der frühen Muslime lässt sich nicht exakt bestimmen“ (GdI 32). „Bougie“ statt Beǧāya (GdI 151); „deutscher Kaiser“ statt „römischer Kaiser“ (GdI 156, 159); „zindiq oder zandaqa“ – hier kann sie den Plural nicht vom Singular auseinanderhalten, und beim Singular „ghulām“ sagt sie explizit, es sei Plural. Bei dem einen Mal, wo sie eine Frage (ob Juden arabisiert wurden oder ob Araber judaisiert) als „ungeklärt“ bezeichnet, entscheidet noch derselbe Satz die Sache indem sie sie „arabisiert“, also ursprünglich urjüdisch bezeichent (Gd I17) – ein Argument gibt sie dafür nicht! Obwohl für Orientalistikstudenten völlig unbrauchbar, weil sie nichts problematisiert, sondern alles in eine süffige Erzählung quetscht, kokettiert sie mit Besserwisserei. Kollegen übersetzen oft falsch; wenn man andere Bücher liest, kann man über Falsches stolpern. Die Spitzenpädagogin Krämer weiß es besser: mihna übersetzt sie genau wie fitna mit „Heimsuchung“ und schreibt es sei „häufig nicht sehr korrekt übersetzt als Inquisition“ (GdI 100) – auch als „blutige Wirren“ (GdI 148); es meint Chaos, Versuchung. „finanzielle Zuwendungen (ʿataʾ, wörtlich Geschenk, Gabe, Dotation, im Deutschen häufig ungenau mit «Pension» wiedergegeben)“ (GdI 43); „das englische pietist, das in diesem Zusammenhang oft verwendet wird, ist nicht mit Pietisten zu übersetzen“ (GdI 164).; „sogenannter takfir, mit Exkommunikation nicht ganz korrekt übersetzt“ (GdI 265 + 298) <wieso eigentlichö Es ist shcließlich der Ausschluss aus der Gemeinde!>; „jede «Beigesellung» (dies die etwas unglückliche Übersetzung des arabischen Begriffes shirk…)“ – erst beim zweiten Mal gibt es als Übersetzung „Polytheismus“ und über hundert Seiten später endlich „Vielgötterei“ (GdI 265)! <köstliche Formulierung: „in diesen Zusammenhang gehört der Begriff des shirk, der auf den Polytheismus verweist“ (GdI 298)> „faqir und dervish, davon abgeleitet Fakir und Derwisch“ (GdI 165) „in tribaler Sprache ausgedrückt“ (GdI 53f.) „in der Sprache religiöser Divergenz“ (GdI 109) „in der Sprache der Verwandtschaft“ (GdI 13) „Maidan-i Shah (Schah-Platz)“ (GdI 239) – Nur Schah-Platz wäre genug, wenn sie aber das persische Original gibt, soll sie ruhig ganz übersetzen: Königsplatz! Die Abkürzung „b.“ wird weder aufgelöst (Ibn), noch übersetzt (Sohn); Seiten später schreibt sie: „Abdallah b. az-Zubair (arab. meist Ibn az-Zubair)“. „ahl as-sunna wal-jamaʿa“ übersetzt sie mit „Anhänger der Sunna und der Gemeinschaft“ statt „Leute des guten Brauchs und der Gemeinschaft“. (GdI 51) „An der Spitze stand der sadr (arab. Spitze)“ (GdI 241) – was nicht ganz richtig ist: ṣadr heißt Brust. „il“ ist die Provinz und nicht friedfertig, Il-Khan = Bezirkschef, Provinzfürst
Ihre Ausführungen zur Ehre sind verworren und lückenhaft. Sharaf (Ehre, Adel) setzt sie mit „vornehme Abkunft (nasab)“ gleich, grenzt ihn von „Verdienst (hasab)“ ab, schreibt dann aber „Verdienst konnte in einer Abstammungslinie gewissermaßen angesammelt und vererbt, aber auch – unabhängig von der Abstammung – individuell erworben werden.“ – hat sie sich hier verschriebenö wollte sie statt „Verdient“ „Ehre“ schreiben: „Ehre konnte von den Ahnen geerbt oder selber verdient werden“ö Wie dem auch sei, eine Darstellung des „vielschichtigen Begriffs“ darf sich nicht auf vornehme Abkunft und guten Ruf beschränken. Ohne Erwähnung der „verletzlichen Ehre“ (ʿirḍ) und der Schande (ʿaib) geht es nicht: Die Ehre eines Mannes hängt an Tapferkeit und Großzügigkeit, aber vor allem daran, dass sein Haus, seine Frauen und Kinder unverletzt bleiben. Wer sein Haus unerlaubt betritt, seiner Tochter zu nahe tritt oder seine Ehre in Frage stellt, muss von ihm bestraft werden. Ehre kann angesammelt werden, aber es kann auch auf einen Schlag vernichtet werden: wenn eine seiner Frauen beschlafen wird – wobei zu bedenken ist, dass Schande nicht durch Tun oder Unterlassen entsteht, sondern dadurch, dass ein Dritter die Tat zur Sprache bringt: Wer mächtig genug, ist, dass niemand es wagt, ihn einer Untat zu beschuldigen, ist über jeden Verdacht erhaben. Wer wie Gudrun Krämer von Ehre schreibt und von Ehrenmorden schweigt, beschönigt, den virtus-Kult der Gesellschaften des Vorderen Orients. Übrigens kann ḥasab vieles anderes bedeuten, sharaf steht manchmal für die Abkunft vom Propheten und für Adel/Ehre steht auch karama, das zusätzlich Adelsstolz, Würde und Großzügigkeit bedeutet. Die Tatsache, dass man heute noch die gleichen Wörter benutzt wie vor 1400 Jahren wird mit einer großen Bedeutungsunschärfe erkauft – nur wer weiß, ob das Wort in Marokko oder im Iraq, ob es vor 600 Jahren oder jetzt gebraucht wurde, und vor allem Dingen den Kontext kennt, kann ein arabisches Wort richtig übersetzen. Wenn man aus dem Arabischen übersetzt, muss man viel wissen. Wer Arabisches in einen deutschen Text einstreut, setzt eher Duftmarken der Gelehrsamkeit, als dass es beim Leser wirkliches Wissen erzeugt. Das gilt erst recht für die Krämersche Art es zu tun:
Wie kann ich behaupten, die Form in der ersten Spalte sei falschö – Weil der Leser nicht wissen kann ob walaʾ „Herr/Patron“ oder „Bindung an den Patron“ heißt, ob malaʾ die „Clanführer“ sind oder deren Versammlung, ob taqlid „Autoritäten“, „Autorität“, „Nachahmung“ oder „blinde Nachahmung“ bedeutet. ashraf sind weder die „Stämme“ noch die „Anführer“ – scharīf (šarīf), {pl. aschrāf (ašrāf)} ist der Edele; es kann ein Stammesführer sein, es kann aber auch ein Prophetennachfahre sein; der Scherīf von Mekka war bis 1924 der Herrscher von Mekka – übrigens schreibt Krämer, diese Sippe gehöre „wie die Abbasiden“ zur Familie des Propheten, was nicht stimmt: die ʿAbbāsiden stammen von Muhammads Großvater, die Scherīfen von Muhammads Tochter ab. ghuluww ist keineswegs Verehrung, sondern Übertreibung – ġālī, {pl. ġulāt} „Übertreiber“ fehlt ebenso wie der Hinweis, wie gh und uww zu sprechen sind (als Pariser r und langes u + w). Meines Erachtens haben arabische Wörter in einer „Kleinen Geschichte für Laien“ nichts zu suchen, außer – das Wort ist „unübersetzbar“, – das Wort kommt in der Presse oft vor – diese müssen aber auch richtig erklärt werden. Bei Krämer sollen die Arabismen lediglich die Leser beeindrucken. „Einheit des Seins (wahat al-wujud, Monismus)“GdI 167, „monistische Lehre der Einheit des Seins (wahat al-wujud)“ GdI 251 Haram setzt Krämer auf ein paar Seiten drei Mal (GdI 15, 19, 22) mit „heiliger Bezirk“ gleich. Genau genommen heißt Haram Pyramide; wenn man aber die Umschrift zu ḥaram korrigiert, heißt es verboten, tabu, Ehefrau (weil sie für andere tabu ist) und Heiligtum (weil es für Unreine tabu ist); dass mit Heiligtum mehr als ein Gebäude, sondern eine Zone darum gemeint sein kann, führt zu Krämers Übersetzung, – die zwar manchmal passt, aber eine schlechte Vorstellung vom Begriff gibt. Meiner Ansicht nach sollte man das nicht dreimal oberflächlich tun, sondern einmal gründlich, doch dazu braucht man eine ordentliche Umschrift, die haram, ḥaram, ḥarām und ḥarīm unterscheidet. „Solidarabgaben in Gestalt des Almosens (zakat und sadaqa)“ (GdI 20). Zugegeben, die Erörterung der Unterschiede dieser Begriffe gehört eher in eine Fußnote, aber warum: „«Almosengabe» (sadaqa)“(GdI 25) und „Abgaben (sadaqa)“(GdI 29)ö – Dass die „besondere Steuer“ der christlichen Banu Taghlib (GdI 45) auch sadaqa hieß, enthält sie dem Leser vor, schließlich hat sie dem Leser vorher erzählt, die Abgaben der Christen hießen jizya. Entweder soll sie die wichtigtuerischen Arabischbrocken lassen oder die Begriffe – in ihrer Vielschichtigkeit – klären, was hier nicht so einfach ist, weil diese Wörter in der Frühzeit ganz anders benutzt wurden als später. – Übrigens hatte auch der Begriff „Melkiten“ lange eine andere Bedeutung als heute, sie benutzt ihn unerklärt. Dafür übersetzt sie arabische Namen „Zubaida (Butterflöcken)“, während sie türkische (Arp Arslan, Kızılbaş, Kara XY) unerklärt lässt, die mongolische Goldene Horde dagegen nur auf Deutsch – Babur übersetzt sie mit „Tiger“ GdI 251, verrät aber nicht in welcher Sprache. Entweder bringt das Übersetzen Gewinn und dann muss man sich auch bei den Sprachen, die man selbst nicht beherrscht, um richtige Übersetzungen kümmern, oder es bringt nichts, dann muss man es auch da lassen, wo man es zufällig weiß. Warum gibt sie uns Übersetzungen aus dem Hebräischen, die unnötig und falsch sind (sefarad ist nicht „Westen“, sondern meint erst das lydische Sardis und später die iberische Halbinsel, manchmal inklusive Südfrankreich)ö Sie schreibt, „1848 wurde Algerien in der Form mehrer Departements in das Mutterland eingegliedert“, obwohl nur der Küstenstreifen in Form dreier Departements eingegliedert wurde. Zwei indische Brüder, deren Namen einen Buchstaben aufweisen, der bei Arabern ein dunkles, gepresstes d ist, bei Persern und Türken ein z (wissenschaftlich ḍ oder ż) gibt sie weder als Fażl und Faiżi noch als Faḍl und Faiḍi, sondern als Fazl und Faidi. Man sollte auch nicht englische und deutsche Umschrift mischen: čaġatāʾī ergibt tschagataisch und nicht chagataisch 184 mit einem englischen ch am Anfang und einen deutschen sch am Schluss – und die Eigenbezeichnung ist Turki, nicht Türki. Mal übersetzt sie ʿaṣabīya mit „Solidarität“, mal mit „Interessengruppen“, richtig ist Verwandtschaftsegoismus, Zusammengehörigkeitsgefühl des Stammes. – „Diwan (Register, pers. Liste, Verzeichnis, davon abgeleitet ital. dogana)“ – das Wort ist arabisch (möglicherweise mittelpersischen Ursprungs) und dogana/Zoll geht auf das griechische dokàne zurück. – „«unislamische» Steuern (pl. mukus, wörtlich Schaden, Betrug)“ 81 – wörtlich: Zoll, Abgabe, Steuer. Den Namen Mejelle für das osmanische Zivilgesetz erklärt sie mit „Zeitschrift“ in Verkennung der Tatsache, dass nach dem Rechtsbuch Baḥr ar-rāʾiq (dem „glasklaren Meer“) und der Zusammenfassung Multaqa l-abḥur (Zusammenkunft der Meere) die Mejelle der „umfassende Ozean“ war. Man muss das Wort aus der Perspektive ḥanafitischer Juristen von 1876 verstehen, nicht aus der heutiger Zeitungsleser. Dass der Leser sich den „Wundercharakter des Koran“ nach Hinzufügung von „iʿjaz“ klarer vorstellen kann, glaub’ ich nicht – wörtlich: Unmöglichkeit, Unnachahmlichkeit – sprachliche Unübertrefflichkeit des Koran ist gemeint. Warum sie den Plural von „dehkan“, als „Dihqane“ statt dahāqīn oder dehqānān angibt, bleibt ihr Geheimnis. Warum persische Landadlige nicht präzise genug ist, ebenfalls. (Aber bei dieser Autorin muss man schon dankbar sein, dass sie nicht noch „entspricht dem englischen gentry“ angefügt hat.) „vom jeweiligen Imam designiert werden (nass)“ GdI 113– recte naṣṣ: 1.) Wortlaut aus Koran und Sunna, auf den sich eine Meinung/Entscheidung stützt, 2.) die Verlängerung einer Überliefererkette nach hinten (zum Propheten oder seinen Gefährten) 3.) die explizite, öffentliche Benennung eines Nachfolgers durch ein klares Wort. Wieso sie die jüdischen Stämme „Clans“ nennt und die arabischen „Stämme“, bleibt im Dunkeln. „islamisches Recht (Scharia und fiqh)“ GdI 302 – recte: fiqh ist die Jurisprudenz „Besonders begrüßenswert ist, daß die Autorin auch von dem Islam im subsaharischen Afrika spricht.“ Fr.N. in der FAZ Von den drei Kapitel (Seiten 96-100, 118-129, 153-157) in Francis Robinson: Der Islam. Geschichte Kunst Lebensformen (7,95 €) über Afrika referiert sie nur das erste: ebenfalls auf vier Seiten, gut zusammengefasst, leider nicht fehlerlos. – Nichts über die Haussa-Stadtstaaten, nichts über die Bambara Königreiche, das Kalifat von Sokoto oder das Reich von Masina, nichts über das dschihadistische Kalifat der Tidschanija-Bruderschaft. Nichts über die innerweltlich-asketische Muridīya im Senegal oder die Erneuerungsbewegungen in der Kapprovinz. Die Krämersche Umschrift ist bei Amerikanern abgeschaut (im Palästinabuch komplett, im Islambuch assimiliert sie wenigstens – meistens – den Artikel). Diese Umschrift gibt nur einen Bruchteil der arabischen Laute wieder. Dabei gibt es doch die wunderschöne Umschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, die seit 1936 die offizielle internationale Umschrift ist, vom Orientalistentag in Rom und der International Organization for Standardization in Genf angenommen; in ihr entspricht jeder arabische Buchstabe genau einem „lateinischen“ Buchstaben und jeder kann sie – bei Ignorierung der Striche und Punkte – sofort lesen. Und nach Lektüre einer kurzen Erläuterung kann er die arabischen Ausdrücke sogar richtig aussprechen. In der Krämerschen Umschrift wird das h aber
Die Zahlen sind nicht eindeutig, weil man nur die Umschrift des Arabischen oder auch des Persischen, Türkischen, Hebräischen berücksichtigen kann. 24 Laute werden durch elf Zeichen notiert, sind also mehrdeutig (unbrauchbar), vier sind eindeutig und klar, bei fünf Zeichen müsste der Lautwert erklärt werden und bei drei (stimmhaften) Buchstaben müsste erklärt werden, dass sie im Arabischen (aber nicht im Türkischen) im Auslaut stimmhaft bleiben, also Muḥammad mit d zu sprechen, Meḥmed aber mit t. – In der Umschrift von „Geschichte des Islam“ werden weniger als 12% der wiederzugebenden Laute richtig wiedergegeben. Trotzdem soll Gelehrsamkeit verströmt werden: Krämer lässt zweimal (GdI 33,42) „«mit Gewalt» ʿanwatan“ setzen. – Dass „mit“ im Arabischen durch den Akkusativ ausgedrückt werden kann, dass die Akkusativendung „an“ in arabischer –Schrift nicht durch Buchstaben, sondern durch zwei Striche notiert wird und dass man in genauer Umschrift „tan“ (oder auch nur „an“) klein und hoch setzt, ist wahr, aber das erfährt der Leser nicht. Was würde es ihm nützenö Und was nützt ihm das tanö „dennoch oder gerade deshalb“ (GdI 36) [1] „Die Bodensteuer wurde [seit ±718] unabhängig von der Religionszugehörigkeit des Besitzers erhoben.“ GdI 63 [2] In GdI besser geworden [3] GdI 207: Pfründe [4]«unislamische» Steuern (pl. mukus, wörtlich Schaden, Betrug) GdI 81 – Quatsch, es heißt: Zoll, Abgabe, Steuer, vgl. EI2 (Hebräisch, Aramäisch) [5] GdI 191 ist das zeitlich korrigiert, dafür verlegt sie aber Ceuta auf die Atlantikseite = auf den Weg um Afrika [6] In GdI anders falsch: Annektion „1908/09“ statt 5.10.1908 und sie verschweigt die de facto Verwaltung davor [7] In GdI ein bisschen besser: z.B. Balfour-Erklärung [8] Mariam Hoexter: “The Role of Qays and Yaman Factions in Local Politicâl Divions” in Asian and African Studies 9 (1973), pp. 249-311 [9] Neville J. Mandel: The Arabs and Zionism before World War I, Berkey 1976. p. XXIII [10] GdI 263 spricht sie von Umbruch | ||||||||||||