U l r i k e   F r e i t a g

 

Sprache – Glossen

Wer eine Enttarnung von Freitags Ideologie erwartet, kann aufhören weiterzulesen. Auch kein Verriss – nur die Bitte um sprachliche Genauigkeit. Schon Ihre Diss. habe ich nicht gelesen, weil Freitag Schindluder mit der Sprache treibt. Die Arbeit heißt Geschichtsschreibung in Syrien besteht aber zu einem Drittel aus ihrer Schreibung der Geschichte Sysriens, zum einem Drittel handelt es von Schulbüchern und nur zu einem Drittel geht es um Historiographie. Thema verfehlt! Scham drüber!
In den Perspektiven geisteswissenschaftlicher Forschung schreibt Freitag angeblich über "Außereuropäische Regionalwissenschaften" – sie meint aber überhaupt nicht außereuropäische Wissenschenschaft, sondern Wissenschaft von außereuropäischen Regionen.
Auch mit dem Engliichen geht sie nonchalent um. Unumwunden behauptet sie, dass Clash of Civilasation "Konflikt der Kulturen" heiße und nicht "Krieg". Das ist so nicht richtig. clash heißt "Aufeinanderprallen/ Zusammenstoß" und Konflikt heißt "Zwiespalt/ Widerstreit"; das ist von Aufeinanderprallen weiter weg als Krieg.

"Die Genese der Regionswissenschaften läßt sich historisch aus den Ursprüngen der Beschäftigung mit anderen ..."

Geht es um Genese, d.h. Entstehung, schaut man immer zu den Ursprüngen, geht es immer um Geschichte. Knapper bitte!

"...mit anderen, vor allem außereuropäischen Kulturen erklären ... im Zeitalter des Imperialismus [und] während der Periode der Ost-West-Konfrontation gab es [ein] politisches Interesse an interdisziplinären Forschergruppen, welche die Entwicklungen in bestimmten Regionen verfolgen sollten."

Im zweiten Satz zeigt Freitag, dass sie sehr wohl weiß, worum es geht: Es geht um frühere, gegenwärtige und zukünftige Gegner. Das "vor allem außereuropäische" ist dagegen verräterisch ungenau. Im Zeitalter des Imperialismus entstand das Orient-Institut und während der Ost-West-Konfrontation das Osteuropa-Institut (das nach dem Mauerfall seine Berechtigung verlor).

Dass die Islamwissenschaft zwar für nahöstliche Christen, Yeziden und Mandäer zuständig seien aber nicht für Israel, halte ich für falsch. Israels Bevölkerung ist größtenteils muslimisch oder stammt aus muslimischen Staaten, es interagiert mit islamischen Staaten und sein Territorim gehört zum Dar al-Islam. Die Behauptung (explizit von Krämer, implizit von Freitag), dass Israel zum Westen gehöre, halte ich für falsch.

"Da in der Vergangenheit oft die philologische Ausbildung im Vordergrund stand"

Wenn das Verb im Imperfekt steht, ist klar, dass es um die Vergangeheit geht. Entweder verrate man mir bis wann ("im 19. Jahrhundert", "bis zur HilterZeit", "bis vor kurzem") oder lasse es weg – oder räume ein, dass es immer noch so ist.

"Während sich Anthropologie überhaupt"

Anthropologie bedeutet im Deutschen aber etwas anderes als anthropology im Englischen. Der berühmteste deutsche Anthropologe ist Dr. Mengele, der berühmteste amerikanische Clifford Geertz. Deutsche Anthropologen messen Schädel und untersuchen Knochen aus dem Neanderthal. Freitag meint die Ethnologie (allenfalls Kulturanthropologie). – Später kommt noch "anthropologische Vorgehensweisen", wozu deutschen Geistwissenschaftler Scheler, Plessner, Gehlen und Buber einfallen dürften, keineswegs Methoden der Völkerkunde, die Freitag meint.

"Synergieeffekte"

Synergien täte es auch.

"addivtive Bestandsaufnahme"

???

"Allerdings nimmt [ein wachsendes Interesse] auch ältere wissenschaftliche Ansätze wie etwa Fragestellungen der subaltern studies auf."

???

"internationale Beziehungen, selbst in ihrer geistes-, kultur- und wirtschaftsgeschichtlichen Weiterung. Translokale Bewegung ...""

Das ist nun exquister Unsinn. Eine Weiterung ist eine unangenehme, ungewollte Folge und jede Bewegung ist trans-lokal, so wie jeder Prozess zeitlich ist und jeder Dialog beidseitig. Sowas darf man so dahin sagen, aber doch nicht schreiben, doch nicht publizieren.
Es ist eine unangenheme Folge des Konkurrenzkampfes, dass keiner der Kollegen das vor Drucklegung verhindert (und bei einigen Personen auch der Unbelehrbarkeit).

L e i t s e i t e

Kritik an Sabine Schmidtkes unsäglichem Aufsatz in der WdI

Kritik an Schmidtkes Herausgabe eines unsäglichen Buchs

Kritik an Krämers Geschichte Palästinas

Lob des Buches von Rouayheb

liwāṭ im fiqh (html)