 Typisch Krämer ist das jüdische Firmenschild aus der Muskistraße: Es zeigt gar
nicht ISAAC sondern ISSA & Co. sowohl auf Französisch wie auf Arabisch.
Wenn Sie Zeichensalat haben, schauen Sie sich es bitte in
Firefox. Netscape oder SeaMonkey (ö Opera) an.
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Ich habe mich getäuscht. Die Autorin der Geschichtebücher für
Studienräte aus dem Beckverlag ist doch identisch mit der promovierten Frau Gudrun Krämer. Denn schon schon ihre Doktorarbeit von 1982 weist viele der
für sie typischen Fehler auf: Es beginn mit dem Titel The Jews in Modern Egypt, 19141952 (ohne Untertitel): die Autorin interessiert sich
nur ganz am Rande für die Juden in Ägypten. Für sie ist es nur ein Beispiel für die Stellung der Juden in einer arabisch-islamischen Gesellschaft; ihre
Frage ist: "Wäre es aufgrund der islamischen Toleranz möglich gewesen, dass die Juden in den arabischen Nationalstaat Ägypten integriert worden
wärenö" Sie konzentriert sich auf die politischen Strukturen der jüdischen Gemeinde und auf die Stellung der politischen und wirtschaftlichen Führer
zwischen Briten, König, Parteien und Zionisten.
Wen ständige Wiederholungen nicht stören, findet ein brauchbares Buch zu dieser politischen Frage. Wer etwas über den Alltag verschiedenen Gruppen
der Juden in Ägypten, über ihre Gebräuche, ihre Kultur, ihre Ängste und Hoffungen, ihre Künstler und Wunderrabbis erfahren will, sieht sich getäuscht.
Das zweite Charakteristikum Krämerscher Bücher sind die sachlichen Fehler:
"The Karaite movement ... is distinguished by its acceptance of only the Pentateuch (Torah)". Die Karäer akzeptieren torah, neviʾim we-ketuvim,
Lehre, Propheten und Schriften. (Hat Krämer sie mit den Samaritanern verwechseltö) Sie weiß es nicht richtig. Da sie aber nicht weiß, dass sie es nicht weiß,
schaut sie es nicht nach.
Ihre Qualifizierung der karäischen Ablehnung des Talmuds als "fundamentalist" ist nicht hilfreich; die Ablehnung des Talmuds
entspricht dem Luther'schen "sola scriptura" und ist an sich nichts Besonderes: Essener, Sadduzäer, Judenchristen und Zeloten
erkannten ihn auch nicht an. Die Ablehnung der Ausdeutung jedes Worts und jeden Satzes losgelöst vom Kontext ist schlicht vernünftig!
Will man es mit islamischen Begriffen sagen (was sie versucht), ist es die
Ablehnung des bāṭin, die Ablehnung eines hinter der wörtlichen, "äußeren" Bedeutung verborgenen geheimen Sinns.
"the Rabbanite Jews were not, like the Orthodox Copts or the Armenian Catholics, officially recognized as a separate religious community
(millet) by the Sublime Port ... The Karaites ... were never formally recognized as a seperate community. ... the separate communal
organization maintened by the Karaites, however, was not officially recognized by the Egyptian government." Das ist nicht
nur doppelt, es ist falsch:
In der Hochzeit des osmanischen Reiches gab es drei Millets: die (griechisch-)orthodoxe (rum milleti), die armenische (milleti sadika,
zu der auch Kopten, Jakobiten und Nestorianern, ja sogar Kaholiken gehörten) und die jüdische (zu der auch die Karäer gehörten). Im Niedergang kamen
andere hinzu: als erste 1830 die katolik milleti nicht etwa "Armenian Catholic". Ob eine Millet sich eine interne
Konstitution gab und diese den Behörden zur Genehmigung vorlegte, ist eine ganz andere Frage. Die Karäer sind 1900 in
Konstantinopel anerkannt worden, im März 1901 folgte Kairo: der ägyptische Staat erkannte die Gemeindevertretung,
den maǧlis milli, an. Krämer missversteht die Tatsache, dass die Regierung 1906 die Vertretung aufforderte, ihre Satzung genehmigen zu lassen.
Dies taten die Karäer nicht, weshalb sie ihre Beschlüsse nicht durch staatliche Organe durchsetzen lassen konnte.
"Jews were said to make up the majority of [the] inhabitants [of the quarter of ʿAbbāsīya] most of whom were
Copts"65 kein Kommentar nötig
Krämer macht aus dem ungarischen Rittertitel de Menasce und dem österreichischen von Cattaoui "Austro-Hungarians" und
"Habsburg"77,88 sie weiß halt
nicht, dass nach dem 15. 3. 1867 zwischen k., k.u.k. und k.-k. genau unterschieden wurde.
"In March 1938, Muḥammad ʿAlī vistited Sir Herbert Samuel, the British high commissioner in Palestine."153
Da High Commissioner (sic) Herbert Louis Samuel Palästina schon am 2.Juli 1925 verlassen hatte, kann das schwerlich stimmen. Hat er nun
in Jerusalem Arthur Grenfell Wauchope, den High Commissioner bis 1938, besucht oder in London den Viscount Samuel, in den Sir Herbert 1937 verwandelt worden warö
Über die Jahre
1945-8 (und davor und danch) schreibt sie: "Jews could not change the fact that they remained dhimmīs of inferior rights and status"166. Dabei hatte sie 94 Seiten früher geschrieben: "In the mid-nineteenth century the Islamic laws regarding non-Muslim
minorities ... were abolished." 1945 waren die Juden schon fast 100 jahre mehr keine Schutzbefohlenen des Staates sondern Bürger. Wer einen Rechtsbegriff
gebraucht, sollte ihn auch richtig gebrauchen.
Als dritten Krämerismus ist die Vorliebe für nachgestellte exotische Wörter oft in falschem Numerus zu nennen
ich sage exotisch, weil sie den Leser darüber im Dunkeln läßt, ob es sich um hebräische, türkische, spanische, arabische, lateinische, äramäische oder persische
Wörter handelt; die Umschrift wird nirgends erklärt:
money changers and moneylenders (ṣarrāf) Ist ein (!) ṣarrāf nun Geldverleiher oder
"Wechsler und Verleiher"ö
the consensus of the interpreteres (ʿeda, cf. ijmāʿ)
ʿeda bedeutet weder "consensus" noch "interpreters"; es entspricht auch nicht dem ijmāʿ, sondern der umma;
es bedeutet Gemeinde und kommt bei Karäern im Ausdruck "der Konsens der ganzen Gemeinde" vor; de facto steht es für Tradition
al-ijmāʿ wan-naql aṣ-ṣaḥīḥ ist ein a nämlich Hendiadioin: die Wörter stehen zusammen für einen
Begriff, nicht für zwei (irgendwie entgegengesetzte).
migrants workers (tarāḥīl) tarāḥīl sind aber nicht die workers (auch nicht ein
worker), sondern das System der Leiharbeit, bei dem ein Unternehmer in einem Dorf (meist 30-50) junge ungelernte Männer engagiert
und diese (meist) bei Kanal- und Straßenbauarbeiten einsetzt.
estates (ʿizba) ... village heads (ʿumda) das sind aber jeweils Singulare
the Cairo Jewish quarter (al-Yahūd al-Rabbānīyīn) ... Jews living in the ḥāra47 das erste Mal hat
sie sich vertan: Viertel heißt nicht al-Rabbānīyīn, sondern ḥāra
their journey (ʿaliya) !!!!
the religious authorities (ʿulamāʾ)
every Muslim (farḍ ʿaynī)
the Arab League (al-Rābiṭa al-ʿArabīya)147 sie scheint nicht zu wissen, dass ar-Rābiṭa
al-ʿArabīya eine Zeitschrift war; sonst hätte sie es gesagt oder den Namen wie sonst immer kursiv gesetzt und nicht überssetzt.
classical Arabic style(qa𒿝ṭāʾī)169
the Little Bayram (ʿīd al-fiṭr)) wir befinden uns wohlweislich nicht in der Türkei, sondern in Ägypten
its Jewish brothers (ikhwānanā al-isrāʾīlīyīn) richtig sind das "unsere Brüder mosaischer Konfession"
reglious schools (ḥeder) ... three talmud torah schools (yeshivot) ... yeshivot (religious schools) Vorschule,
Schule und Hochschule sollte auch bei jüdischen Schulen auseinanderhalten
a dayan and a shoḥeṭ ... sheliġim also obwohl sie sich mit Hebraismen nicht so auskennt, erwartet sie es von den Lesern
The Ottoman Empire had never pursued the ideology of the melting pot. abgesehen von ideology statt policy , stimmt es nicht
Typisch Krämer sind auch Stilblüten:
Between the élite and the lower class ranged the lower-middle class117 wer hätte das gedachtö
the original founders94 in actual fact48, actual numbers37
The Jews, and this deserves to be emphasized
Jewish employees suffered and Jewish entrepreneurs prospered as did everyone else. sie will aber gar nicht sagen,
dass es allen außer den jüdischen Angestellten gut ging, sondern wohl, dass es den jüdischen Angestellten nicht anders ging als den muslimischen,
christlichen und ungläubigen Angestellten und nicht-jüdischen Kapitalisten grosso modo so wie ihren jüdischen Klassegenossen.
Homogenization in culture and life-style combined with common economic interest made the local haute-bourgeoisie a class
in the Marxist sense of the term. Müssen für die Marxisten Klassengenossen wirklich den gleichen Geschmack
habenö Ist ein Arbeiter, der weder zum Fußball geht, noch Tauben züchtet, kein Arbeiterö
falsches Englisch "within and even among them" statt "... between them"49
"Muslims and Copts, among whom serious tension had erupted" statt "... between whom"125
he represented the Egyptian Zionist movement in London at the World
Zionist Congress Carlsbad. kein Kommentar nötig
Und die ErzProtestantin schuf sich einen
Juden nach ihrem Bilde, in ihrem Bild schuf sie sich ihn. they were "highly
achievement-oriented and hence hardworking"37 elven pages later she writes: "The sources mention the aversion shown by Egyptian Jews to
manual labor." Ich denke, dem Khediven einen englischen Kredit zu beschaffen mit den Staatsdomänen als
Sicherheit und ohne Einnahmen, die die Rückzahlung ermöglichten, ihm bei Fälligkeit das Land zu etwa
der Hälfte des Wertes abzunehmen, das ist achievement oriented, weniger hard working.
Krämer schreibt: "Some of the immigrants made a fortune within a few years ... before World War I Mīsī Dwek, who came [read: without capital]
from Baghdad, had nearly 6 million [French gold Frank]" how many hours did he workö
"much of their economic success was based on close links with foreign business and capital"
Krämer zitiert zionistische Emisionäre und Lehrer der Alliance Universelle Israélite:
"Business and profit are the magical words dominating their entire life ... there are many big and small Jewish fianciers (Geldleute)
successfully engaged in real estate and building speculation"47
"in Alexandria [the Jews] have nothing in common exept this love of money, which all seek to gain with equal zeal."75
"The Jews [in Cairo] have become mean and without any sensitivity of tasks that are not directely linked to pleasure."100
Umschrift türkischer Namen vor der Reform 1928 (Cemal Paşa (1914), ḥākhām başı, meclis) und jiddischer
nach nicht-YIVO19 machen keinen guten Eindruck; ebenso die Umschrift des quf in jüdischen Namen nach Lust und Laune
Statt "Sohar [sic]" zu schreiben, hätte sie einfach aus dem korrekten deutschen "Sohar" das korrekte englische "Zohar" zu machen.
die Übersetzung von Salonkommunismus ist armchair communism, nicht "verbal radicalism"181
sie glaubt Judaism bedeute Judentum187, es meint aber die jüdische Religion
"dialect" is nicht die richtige Übersetzung von jargon
Talmikultur übersetzt sie: "a thin layer of European culture" 21, but the words means buying the exterior signs of culture without the
the culture itself (like buying a Steinway and not making Hausmusik, displaying an Encyclopedia Britanica and the Pléiades in the saloon, but never reading them)
Sie scheint nicht zu wissen, daß "Maître" der Titel eines Rechtsanwalts ist; jedenfalls nennt sie Aharon/Aaron/Aron Alexander zweimal
"Maître Alexander"136;153, während alle anderen Personen (in den gleichen Aufzählungen und überhaupt immer
im Buch) mit Vornamen genannt werden. Sie sagt uns auch sonst nichts über die wichtige und interessante Persönlichkeit (1887 in Pretoria geboren,
zog zusammen mit seinem 10 Jahre älteren noch in Znin/Polen geboren Bruder Moshe/Moris/Moché, ebenfalls Rechtsanwalt, nach
Ägypten: Morris nach Alexandria, er nach Kairo, verheiratet mit der wohl reichsten Jüdin des Landes.)
Auch hier schon sind Tabellen mit Zahlen falsch und kunterbunt. Ob es sich um Prozente oder Köpfe handelt, muss man manchmal raten.
Und auch hier geht es nicht logisch zu: etwa zehn mal spricht sie von "Yemini and Adeni Jews", etwa fünf mit genau der gleichen Bedeutung von
"Yemini Jews" so als schriebe man meist von "Deutschen und Bayern", manchmal aber von "Deutschen" (nicht etwa für Nichtbayern, sondern in gennau
den gleichen Sinn von "Deutschen" --- "Bayern, Sachen und Rheinländer" ist okay, aber "Deutsche und Bayern" ist typisch Krämer.
Ähnlich: "cotton, textile, and so-called Manchester goods" diese Frau weiß offensichtlich nicht, was ein Oberbegriff ist.
unsauber ist auch, dass sie die Bauern, die vom Land in die Stadt ziehen, "immigrants from the countryside" nennt. Das ginge in
einem den Städten gewidmentem Kapitel, das ganz aus der Sicht der aufnehmenden Stadt geschrieben ist, bei ihr sind es aber "migrants" ohne im-.
Zionismus rosarot
Großes Lob gebührt Frau Krämer, dafür dass sie Herzls programmatische Schrift Nationalheim für die Verfolgten des Naziregime (Berlin 1896)
nicht nur eingehend studiert hat, sondern als einzige intime Kennerin des Nahen und Mittleren Osten auch bei der Beurteilung des Handelns der
Zionisten berücksichtigt hat. So schreibt sie in Geschichte Palästinas dass die Zionisten Palästina nur wegen des Holocauts
ihrer Staatsgewalt unterwarfen und in Jews in Modern Egypt klärt sie die Leser darüber auf, dass die Juden vor Juli 1937 keinen Staat
wollten, sondern "lediglich ein Nationalheim (a mere national home)"146 womit die gängige Meinung
widerlegt sein dürfte, nach der "öffentlich-rechtlich gesicherte nationale Heimstätte" (Baseler Erklärung 1987) nie etwas anderes als Judenstaat
bedeutet hat.
"the nonpolitical he-Ḥaluts ha-Tsaʿir ... split into two rival groups: ha-Bonim, which continued the previous non-political line, and Dror,
which adopted the line of the leftist Aḥdut ha-ʿAvoda" soweit reiner Unsinn, "apolitisch" waren die von Krämer so genannten
Organisationen keinesfalls, sondern "auf Regierungslinie", d.h. Mapai-treu; im letzten Beispiel stimmt es eher: "Ha-ʿIvri ha-Tsaʿir, which
was more openly plotical than he-Ḥaluts ha-Tsaʿir advocated a socialist, binational solution"
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L e i t s e i t e
Kritik an Sabine Schmidtkes unsäglichem Aufsatz in der
WdI
Kritik an Schmidtkes H.gabe eines unsäglichen
Buchs
K. sieht überall Antisemiten
Kritik an Krämers Geschichte Palästinas
Lob des Buches von Rouayheb
liwāṭ im fiqh (html)
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