trans            τρανς            транс        טרנס      ﺗْﺮَﻨْﺴ

Regeln für gute Umschrift

Als erstes sollte man angeben, welche Sprache man mit unseren Buchstaben wiedergeben will: Hochhebräisch oder Israelisch (das eine hat 12 Vokale, 28 Konsonaten und kennt Konsonatenverdopplung, das andere hat 7, 22 und keine) oder Hoch-Israelisch (mit zwei Konsonannten mehr), Hocharabisch oder örtlichen Dialekt (aš-šāriqa vs. šarǧa; marrākūš vs. marrakš; al-quds vs. əl-ʾuds).

Als zweites sollte man die Umschrift erklären. Prof. Dr. Krämer hat in Geschichte Palästinas das Kunststück hingekriegt, dass nur drei Buchstaben ihrer Umschrift des Arabischen einen bekannten Wert haben (f m n), alle andere haben entweder mehrere Aussprachen oder eine andere als im Deutschen. Sechs Buchstaben (w, b, y, j, q, r) haben einen eindeutigen Wert, der aber erklärt werden müsste, weil er vom Deutschen abweicht. Alle anderen Buchstaben sind mehrdeutig. (siehe unten)

Drittens sollte man sich klarmachen, ob man die fremde Schreibung wiedergeben, also transliterieren will, oder, ob man die Lautung notieren, also transkribieren will. Ersteres hat den Vorteil der Umkehrbarkeit, letzteres den der Recht-Sprechbarkeit. Woher soll der normale Deutsche wissen, dass Ramzi Benalschibh Ramzi Ibn asch-Schiba heißt und Boris Litwinenko Baris Litwinenkaö.
Auf der Schreibmaschine (und sogar in den meisten Setzkästen) fehlten kyrillische, arabische und hebräische Lettern. Deshalb musste man sich mit lateinischen behelfen. Will man auf heutigen Rechnern die Schreibung festhalten, dann soll man gleich richtig schreiben. In allen anderen Fällen soll man so mit lateinischen Buchstaben schreiben, dass die Leser richtig lesen können!

Viertens sollten alle Zeichen eindeutig sein. Bei Prof. Dr. Krämer steht das h sowohl für ein h, wie für ein ḥ und außerdem modifiziert es g c k t d s (z b) und p; – würde es immer den Buchstaben davor verändern, wäre das unproblematisch, so kann man aber nicht wissen, ob Ishaqi für Isḥaqi, Išaqi oder Ishaqi steht. Mit 11 Buchstaben stellt sie 24 arabische Laute dar, wobei dergleiche Laut mit unterschiedlichen Buchstaben dargestellt wird und einem Buchstaben mehrere Laute entsprechen.

Schließlich sollen die transkribierten Wörter gut lesbar sein. Eins-zu-Eins-Entsprechung erhöht die Schönheit der Umschrift. Die inamo nennt Syriens Präsident Baschar also "biologischer Mensch" – dabei ist "Künder froher Botschaft" gemeint; Baschschâr wäre korrekt, aber Baššār ist leichter zu überblicken und darin entsprechen sechs arabische Zeichen (inkl. dem Zeichen für das kurze "a" und für die Verdopplung des š) sechs lateinischen Buchstaben. Diese Umschrift hat außerdem noch den Vorteil, die offizielle der Deutschen Morgenländischen und des Internationalen Orientalistenkongresses, von DIN und ISO zu sein.

Und sechstens sollte man – wofür man sich auch entscheidet – konsequent sein.

  L e i t s e i t e

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